Füssen
Von belanglosen Fragen genervt

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Eines Vorweg: Am Fernsehbildschirm durchgehalten hat das lang angekündigte Fernsehduell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CSU) und Vize Frank-Walter Steinmeier (SPD) keiner. 90 Minuten dauerte das Spiel - doch wer ist eine Runde weiter? Das wollten wir einen Tag danach von Füssens SPD-Vorsitzenden Lothar Schaffrath und dem CSU-Vorsitzenden Dr. med. Hans-Martin Beyer wissen.

«Der blaue Hintergrund war ermüdend und der Redakteur von RTL hat mich mit seinen belanglosen Fragen einfach nur genervt», sagt Lothar Schaffrath verärgert. «Das Duell hat für keinen von beiden was gebracht, das hat man schon alles gewusst», ist sich der SPD-Vorsitzende sicher. Lediglich in Fragen des Atomausstiegs und beim Mindestlohn habe es wesentliche Unterschiede gegeben. Ansonsten Kuschelkurs zwischen Chefin und Stellvertreter. Für Schaffrath ganz klar: Die beiden arbeiten schon zu lange zusammen, als dass sie spontan die Fetzen fliegen lassen. Kein Vergleich zum Duell Schröder gegen Merkel 2005: «Steinmeier ist eben eher ein Arbeitstier, der immer versucht, das Optimale für alle herauszuholen.» Schröder sei hingegen der aggressivere Typ, der auch mal «die Konfrontation gesucht» habe.

«Spannend war das nicht»

Auch für Dr. Hans-Martin Beyer ist klar: «Spannend war das Duell sicher nicht.» Da kam es ihm vielleicht nicht einmal ungelegen, dass er nebenher ein paar Kleinigkeiten am Computer zu erledigen hatte. Enttäuscht vom Auftritt von Kanzlerin und Vizekanzler? «Nein», sagt Beyer, «das war so zu erwarten. Die Beiden können nicht anders, ihnen ist ihre Verantwortung gegenüber Deutschland bewusst.»

Doch der CSU-Politiker schiebt den schwarzen Peter nicht nur Richtung Merkel und Steinmeier. «Teilweise waren die Fragen auch ziemlich uninteressant. Aber man hat gespürt, dass sich beide nur wenig von den Moderatoren provozieren ließen», findet Beyer. Merkel wie auch Steinmeier seien eben sachorientiert. Ohnehin sei es in «wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein guter politischer Stil, sich nicht gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

Und somit sei die Sendung trotz mangelnder Spannung wichtig für die Bürger gewesen, damit auch diese «den politischen Stil miterleben» können.

Und so sind sich Schaffrath und Beyer einig: Einen klaren Gewinner hat das Fernsehduell nicht hervorgebracht. Einen kleinen Vorsprung konnten beide jedoch ausmachen. Und wer ist der persönliche Favorit? Keine Frage, er kommt jeweils aus den eigenen politischen Reihen

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