Lindenberg
Von badenden Hunden und einer «Entenplage»

Für Stadtrat Martin Einsle ist es etwas «Schönes fürs Sommerloch». Kein Thema also, das für die Stadtentwicklung wirklich wichtig wäre, dafür eins, das an Emotionen rührt: Es ging im Stadtrat um den Waldsee, Hunde und Enten, kurz: allerlei «Tierisches».

Der Waldsee ist das bliebteste Ziel der Lindenberger für Spaziergänge. Kein Wunder, dass sich da derzeit oft mehrere Hunde im Wasser tummeln. Das gefällt nicht jedem, worauf Ludwig Gehring aufmerksam machte. Im Herbst habe er ja nichts dagegen, wenn ein Hund sich im See kühle, bei vollem Badebetrieb im Sommer sollten die Vierbeiner aber doch bitte an Land bleiben, wünscht sich der CSU-Stadtrat. Nun gehören Hunde von Hause aus nicht zu den natürlichen Seebewohnern, die Tiere die Gehrings Stadtratskollege Helmut Böller im Visier hat, dagegen schon. Er sieht eine regelrechte «Entenplage» heraufziehen. Er habe die Tiere zwar nicht genau gezählt, aber «36 schwimmen bestimmt auf dem See», sagte der SPD-Stadtrat. Die Tiere seien zwar schön anzuschauen, wegen ihrer großen Zahl «aber sicher nicht das Allerbeste für den Badesee».

Schließlich könnten Kot und andere Hinterlassenschaften der Enten die Wasserqualität erheblich beeinträchtigen. Deshalb wünscht sich Böller von Eltern und Großeltern, bei Spaziergängen mit ihren Kindern und Kindeskindern die Enten nicht auch noch «anzufüttern».

Der Bürgermeister mag dem SPD-Stadtrat zwar insgeheim Recht geben, der Rathauschef hat aber seine eigenen Erfahrungen mit dem Thema «Enten» gemacht, weshalb er sich nur vorsichtig äußerte. Die Tiere seien zwar auch Überträger von Krankheiten, sagte Zeh, er werde das Thema aber nicht mehr «aufgreifen». Das hat seinen Grund: In seiner ersten Amtsperiode hatte der Rathauschef den Vorschlag gemacht, die Enten durch gezielten Abschuss zu dezimieren und damit mitten ins Herz vieler Tierfreunde getroffen. Ein Aufschrei war die Folge.

Seitdem genießen die Enten quasi Bestandsschutz und können unbehelligt ihre Runden auf dem Moorsee drehen. Zumindest bis zum nächsten Sommerloch.

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