Empfang
Von Abriss ist keine Rede mehr

«Vor einem Jahr saßen wir beim Neujahrsempfang noch gut gelaunt zusammen», sagte Ursula Zingraf. Doch schon sechs Tage später sei es «hammerhart» gekommen: «Aus der Zeitung», so Kirchenpfleger Willibald Herz erfuhr man die schier unglaubliche Nachricht: Die Kirche Christi Himmelfahrt soll abgerissen und die Gläubigen in die Pfarrei St. Lorenz integriert werden. Allerdings: Der Abriss sei praktisch vom Tisch, betonte Herz beim gestrigen Neujahrsempfangs, zumal das Pfarrzentrum mittlerweile unter Denkmalschutz stehe.

Der Kirchenpfleger hat nichts dagegen, wenn Christi Himmelfahrt Mitglied einer Pfarreien-Gemeinschaft wird. Doch eine selbständige Pfarrei wolle man auf jeden Fall bleiben, ist der teils leidenschaftliche Tenor in mehreren Reden und Beiträgen beim Empfang

Zingraf erwartet in den nächsten Wochen Antwort aus Augsburg. Sie habe beim neuen Bischof um einen Gesprächstermin nachgesucht. «Wir werden zeigen, dass wir selbstbewusste Christen sind. Und wir werden mit unseren Pfunden, also mit unseren Angeboten und Vorzügen wuchern», gibt sich die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende kämpferisch. Immerhin habe die Pfarrgemeinde nach der Hiobsbotschaft eine Trotzreaktion gezeigt: Die Zahl der Kirchenbesucher sei seitdem gestiegen - gestern wohnten 200 Menschen dem 10-Uhr-Gottesdienst bei.

Zingraf: «Wir sind eine aktive Gemeinschaft von Frauen, Männern und Laien, die zusammen mit den Geistlichen Jan Bloch und Ludwig Obereisenbuchner sowie Diakon Helmut Meißner und vielen anderen Persönlichkeiten das kirchliche Leben gestalten.»

Pfarrgemeinderats-Mitglied Hermann Mohry fasste die Grundstimmung bei einer Umfrage in der Pfarrgemeinde so zusammen: «Viele kommen sich wie aus dem Paradies vertrieben vor, würde man ihnen die vertraute Pfarrgemeinde unter den Füßen wegziehen. Christi Himmelfahrt ist eine Gemeinschaft von Christen, die ihren Glauben noch hoch einschätzen», rief Mohry aus.

In das gleiche Horn stieß Pfarrgemeinderats-Mitglied Gerhard Kühne. Für ihn und andere Redner ist im Sommer das 40-jährige Jubiläum der Kirche im Freudental «eine gute Gelegenheit, ein kräftiges Lebenszeichen zu geben».

Kirchenpfleger Herz verwies auf die vielen Ehrenamtlichen. Beispielsweise sei Heribert Schindler seit 34 Jahren Kindergartenverwalter. «Und eigentlich könnte sich unser Pater Jan Bloch (70) ja zurückziehen, aber er zeigt weiter einen unglaublichen Einsatz für die Pfarrgemeinde.» (mr)

Schauen nach der Hiobsbotschaft für die Kemptener Pfarrei Christi Himmelfahrt vor einem Jahr schon wieder etwas optimistischer in die Zukunft: Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Ursula Zingraf, Pater Jan Bloch, Pfarrjugendleiterin Katja Hold und Kirchenpfleger Willibald Herz (von links). Foto: Mayr

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen