Von Abfall bis Mindestlohn diskutiert

Marktoberdorf | rel | 'Die Grünen haben auch jenseits ihrer klassischen Themen ,Frauen, Frieden und Umwelt’ etwas zu sagen.' Dies schreibt Christine Scheel in ihrer Internet-Präsentation. Dass dies bei ihr so ist, hat die Grünen-Politikerinin den vergangenen 25 Jahren immer wieder bewiesen. Zunächst Kreisrätin, dann Landtagsabgeordnete, seit 1994 Bundestagsabgeordnete, Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses in der Zeit von Rot-Grün, mehrfach mit Mittelstandspreisen ausgezeichnet, derzeit stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bundestag: Der Marktoberdorfer Unternehmer Hubert Schmid konnte gestern mit der gebürtigen Aschaffenburgerin eine angesehene Finanz- und Wirtschaftsexpertin begrüßen.

Diese Woche tourt Christine Scheel durch Bayern. Dabei unterstützt sie die Grünen im Wahlkampf. Vor fünf Jahren hatte sie bei einem Marktoberdorf-Besuch den Traktorenhersteller Fendt besichtigt, dieses Mal war auf Vorschlag von Clara Knestel, Fraktionsführerin der Grünen im Stadtrat, die Firma Hubert Schmid Ziel der Visite.

Über deren Arbeit informierten neben Firmenchef Hubert Schmid der Geschäftsführer der Recycling-GmbH, Theo Frey, sowie Abteilungsleiter Robert Schulz. Man sammle jährlich 200 000 bis 300 000 Tonnen Wertstoffe. Davon gehe 'fast nichts auf Deponien', da die Verwertungsquote 'sehr hoch' sei, erfuhren die Gäste. Allein im Recyclingbereich beschäftigt die Firma fast 200 Mitarbeiter, insgesamt hat Hubert Schmid rund 450 Beschäftigte auf der Lohnliste stehen.

Lob für Ausbildungsbereitschaft

Großes Interesse zeigte Scheel an dem neuen Altpapier-Sammelprojekt der Firma Schmid. Sie begrüßte ausdrücklich, dass Vereine, die ebenfalls Altpapier sammeln, fünf Jahre lang Ausgleichszahlungen für Einnahmeverluste erhalten. Abfallwirtschaft war aber nur eines der Themen bei dem Treffen. So lobte Scheel die hohe Ausbildungsbereitschaft (55 Lehrlinge) des Unternehmens. Dies zeige, dass mittelständische Unternehmen auch bereit seien, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Geschäftsführer Frey sagte in diesem Zusammenhang, Fachleute im Recyclingbereich seien sehr gefragt: 'Deutsches Umwelt-Knowhow ist heute weltweit das Maß aller Dinge.' Kritik übte Scheel an der geplanten Erbschaftssteuerreform. Eine 15-jährige Bindungsfrist sei 'überzogen'.

Schmid und Frey berichteten auch von Wettbewerbsverzerrungen: Es sei dringend nötig, die Abfallgesetze in allen Bundesländern einheitlich zu praktizieren. Zudem plädierten sie für 'vernünftige Mindestlöhne' in bestimmten Branchen, damit Preisdumping ein Ende habe. 'Der wichtige Recyclinggedanke wird hier unternehmerisch gut umgesetzt', fasste Scheel am Ende ihre Eindrücke zusammen. Auch zeige sich hier, dass man die Wiederverwertung noch stärker forcieren müsse. Sie habe auf jeden Fall Vorrang vor Verbrennung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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