Wertach
Vom Vereinsdiener zum Ehrenmitglied

Als Edmund Neuhauser in den Trachtenverein «DWertachtaler» eingetreten ist, war er 17 Jahre alt. «In einem Verein zu sein, bedeutete damals auch, dass man abends weggehen durfte. Früher war ja alles viel strenger.» Heute ist er 72 Jahre alt und Ehrenmitglied eines Vereins, dem er jahrzehntelang die Treue gehalten hat.

In seinen Anfangsjahren bei den Trachtlern war Edmund Neuhauser Vereinsdiener und musste von Haus zu Haus gehen und die Mitgliedsbeiträge kassieren. «Ungefähr 1,50 Mark waren das», erinnert er sich. Später wurde er zweiter, dann erster Vorplattler und hat sich um die Jugendausbildung gekümmert. Bis zu zwanzig Plattlerkinder hat er in seiner Gruppe betreut. Jugendwarte wie heute gab es damals noch nicht. Früher sei es auch üblich gewesen, dass der Vorplattler bei Feiern und Umzügen die Fahne trägt. So auch Neuhauser - 23 Jahre lang.

Auch im Gauverband hat Neuhauser mitgearbeitet. Als im Jahr 1969 die Interessen-Gemeinschaft der Oberallgäuer Gebirgstrachten und der Historischen Tracht (IG Tracht) gegründet wurde, wurde er als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

Die Wertacher Trachtler sind ein Traditionsverein mit langer Geschichte, der regelmäßig Feste und Heimatabende veranstaltet. Und das nicht nur in Wertach, sondern auch in Jungholz oder am Alpsee. Heute gibt es noch fünf Heimatabende im Sommer, und zwar draußen auf dem Platz am «Gasthaus Engel». Die Trachtler verlangen keinen Eintritt und bieten ein festes Programm, bei dem Plattler- und Musikgruppen auftreten. Veranstaltet werden die Abende von einer Interessengemeinschaft, zu der neben den Trachtlern die «Wertacher Buabe» und «Wertacher Singföhla» gehören.

Edmund Neuhauser ist auch aktiver Jodler. Im Jahr 1980 entstand die Gruppe «Wertacher Buabe» - Neuhauser war Gründungsmitglied und ist seitdem Vorjodler in einem Ensemble, das bei unzähligen Festen und Veranstaltungen mitgewirkt hat und das seit 1982 jedes Jahr am «Allgäuer Lieder- und Jodlertag» teilnimmt. Die Jodler treten das ganze Jahr über bei Feiern und Kirchenfesten auf, auch bei den Besinnungsabenden in der St. Sebastianskapelle, der «Kleinen Wies» in Wertach. Enge Kontakte pflegen sie zu einer Jodlergruppe aus Lausanne.

Edmund Neuhauser ist ein Mann, der sich immer für das Gemeindeleben eingesetzt hat. Er ist nicht nur im Trachtenverein, sondern auch bei den Schützen, im Männergesangsverein, bei der Feuerwehr und im Sportverein und hat bis zu seinem 50. Geburtstag aktiv Fußball gespielt. «Es ist wichtig, Verantwortung zu übernehmen», sagt er.

Wichtig ist ihm, dass der Dialekt erhalten wird. In jedem Dorf spricht man ja ein bisschen anders, sagt er, da brauche man nur ein paar Kilometer weiter nach Kranzegg zu gehen. «Man muss den Dialekt pflegen. Dann geht er nicht unter.»

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