Nesselwang
Vom Stamm zum Scheitholz

Dem «Feldtag» beim ersten Oldtimer-Traktor-Treffen 2007 folgt heuer ein «Holzertag»: Zum Oldtimer-Traktor-Treffen am 8./9. August werden etwa 300 Oldtimer-Traktoren aus ganz Süddeutschland und ungefähr 3000 Besucher erwartet, wie Peter Neher von den Nesselwanger Oldie-Freunden erklärt. Die Organisatoren wollen alte Arbeitstechniken «rund ums Holz» vorführen, vom Baumfällen mit Axt über das Holzspalten per Hand bis zur maschinellen Holzgewinnung. «Vom Stamm zum Scheitholz» heißt das Motto.

«Unser erstes Oldtimer-Treffen vor zwei Jahren war ein voller Erfolg. Wir haben von allen Seiten nur Lob gehört», berichtet Mitorganisator Peter Panek. Auch diesmal bieten die Oldiefreunde ein vielseitiges Programm, in dessen Mittelpunkt - wie könnte es anders sein - der Oldtimer-Traktor steht. Von Anfang an sei der Traktor im Forst eingesetzt worden und habe das Pferd nach und nach ersetzt, weil er wirtschaftlicher sei. «Obwohl die Rückeschäden durch das Pferd bedeutend geringer sind», erläutert Hermann Mair. Unter den historischen Traktoren werden ein Traktor mit Klappgreifern für schwieriges Gelände und ein Halbraupenschlepper gezeigt, der Neher zufolge jedem Vierradantrieb überlegen sei.

Zum Thema «Holzbringung» stellen die Oldie-Freunde eine Schalengge aus, mit der bis in die 1960er Jahre im Winter Brennholz und Bergheu ins Tal transportiert wurde. Auch Langholz sei mit Schalengen talwärts gebracht worden, «eine gefährliche Arbeit», erinnern sich Neher und Mair. Sogar ein moderner Harvester, ein sogenannter Vollernter, wird präsentiert.

Im Zeitalter der Energieverteuerung rücke die Verwendung von Holz mehr in den Vordergrund. «Viele kommen auf das Scheitholz zurück», so Panek. Auch die Nutzholzverarbeitung kommt nicht zu kurz. Für unsere Vorfahren war Holz nicht nur Brennstoff, sondern auch wichtiges Baumaterial, das überall verfügbar war und ständig nachwuchs. Als Höhepunkt wird eine transportable Vollgattersäge aus den dreißiger Jahren vorgeführt, die bis in die sechziger Jahre im Oberallgäu im Einsatz war.

Außerdem wird das «Deichelbohren» demonstriert, zur Herstellung von Holzwasserleitungen. «In Wank waren solche Holzleitungen noch in den sechziger Jahren in Betrieb, bis sie durch moderne Kunststoff-Leitungen ersetzt wurden», berichtet Neher. Die Oldie-Freunde wollten zeigen, wie früher «im Holz» gearbeitet wurde - und alte Arbeitstechniken wieder aufleben lassen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen