Firmenporträt
Vom Stall zur «Energiehalle»

50 Jahre alt wird das Buchloer Unternehmen Hörmann in diesem Jahr, doch die Geburtstagsfeier mit einem «Tag der offenen Tür» muss warten. Die geplante Kürzung bei der staatlichen Solarförderung für Dachanlagen hat noch eine wahre Auftragsflut ausgelöst, die heuer abgearbeitet werden muss. Weitgehend folgenlos vorbeigegangen ist an dem Unternehmen in Buchloe so auch die allgemeine Wirtschaftskrise. Der Festakt wurde auf das kommende Frühjahr verlegt.

An der Feier wird vermutlich die halbe Stadt teilnehmen. Aus dem kleinen Familienbetrieb ist nämlich in den vergangenen fünf Jahrzehnten einer der wichtigsten Arbeitgeber im nördlichen Ostallgäu geworden. Groß geworden ist das Unternehmen mit dem Stall- und Hallenbau vor allem in der Landwirtschaft - ein Bereich, der seit Jahren im Umbruch ist. Hörmann hat jede Entwicklung begleitet: den Trend zu immer größeren Einheiten, zur Kosteneffizienz, zu automatisierten Roboterställen und dem immer wichtiger werdenden Faktor Energietechnik. Der Betrieb rechnet mit Zuwächsen beim gewerblichen und landwirtschaftlichen Hallenbau. Entsprechend wurde auch jüngst in die Produktionsanlagen investiert. Zudem ist der Generalunternehmer gefragt. «Wir liefern von der Planung bis zur Fertigstellung alles aus einer Hand», sagt Firmenchef Rolf Hörmann.

Outsourcing, also das Auslagern bestimmter Tätigkeiten, ist für Hörmann trotz des großen Angebotsspektrums ein Fremdwort. Produziert wird ausschließlich in den hauseigenen deutschen und österreichischen Werken. Selbst für Auftraggeber in Kanada, wo Hörmann bereits acht Ställe und Hallen gebaut hat, werden die Giebelkonstruktionen, Binder und sonstigen Holzbauteile in Buchloe produziert, dann verschifft und in Übersee montiert.

Nicht nur vier Wände und Dach

Dass es bei solchen Gebäuden nicht mehr mit vier Wänden und einem Dach getan ist, zeigt die Bandbreite der Aufträge: Gewerbe- und Reithallen, Rinder-, Schweine- und Pferdeställe - jedes Objekt hat andere Anforderungen. Ebenso spielen die energetischen Erfordernisse eine immer größere Rolle. Das Unternehmen hat deshalb aus dem Gebäude und der Fotovoltaik gleich ein einziges Produkt gemacht und den Begriff «Energiehalle» geprägt.

In diesem Geschäftsbereich werden die unterschiedlichsten Gewerke miteinander verbunden. Seit dem Jahr 2003 wurden nach Unternehmensangaben mehr als 1400 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 45 Megawatt gebaut.

Wie das funktioniert, können sich die Kunden auf dem Betriebsgelände in Buchloe anschauen. «Der Strom für das komplette Unternehmen wird mit den Fotovoltaikanlagen auf den eigenen Hallendächern produziert», so Marketingleiter Matthias Bäurle. Wärme liefert zudem eine Hackschnitzelheizung, die mit den Holzabfällen der eigenen Zimmerei befeuert wird.

Im weiten Markt zwischen Außenklimastall und Lüftungstechnik hat sich die Mitarbeiterzahl bei Hörmann rasant entwickelt. Aus den 100 Beschäftigten im Jahr 1995 sind am Stammsitz im Allgäu, im österreichischen Zweigwerk Hörmann-Interstall und in der Schweizer Niederlassung rund 420 Mitarbeiter geworden. 29 Lehrlinge werden ausgebildet. Anders als vor 50 Jahren seien einem da nicht mehr die Namen aller Mitarbeiter gleich geläufig, räumt Seniorchefin Centa Hörmann (73) ein. «Aber», das betont sie, «wir sind ein Familienbetrieb, in dem trotz der Größe der persönliche Zusammenhalt eine wichtige Rolle spielt.»

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