Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Kaufbeuren
Vom Spitzensport lernen

Erfolge vernetzen - unter diesem Motto steht der Unternehmertag, der am Donnerstag, 24. September, im Kaufbeurer Eventcenter stattfindet. Zu Gast ist der «Erfolgstrainer» und ehemalige Handball-Nationalspieler Jörg Löhr, der über «Spitzensport als Erfolgsmodell» spricht. Zuvor steht er in der AZ Rede und Antwort.

Manch ein Unternehmer ist von der Wirtschaftskrise schwer gebeutelt. Sie sehen Krisen auch als Chance. Warum, meinen Sie, können uns schwierige Situationen voranbringen?

Löhr: Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, ständiger Veränderungen und besonderer unternehmerischer Herausforderungen. Wichtig ist genau zu analysieren, was die Menschen während und nach einer Krise am nötigsten brauchen, worauf sie am ehesten verzichten können. So lässt sich die Krise immer auch nutzen, um sich unter anderem von Ballast zu befreien, sich neu zu orientieren und neue Ideen durchzusetzen. Die positive Seite einer Krise ist eben auch die Chance, notwendige und richtungsweisende Innovationen und Reformen beschleunigen zu können.

Sie halten Probleme und Krisen für einen Teil des Lebens. Aber was sagen Sie einem Familienvater, der sich in Kurzarbeit befindet und Angst vor Arbeitsplatzverlust hat?

«Aktiv werden, neue Ziele setzen»

Löhr: Ich würde ihm sagen, dass ich seine Angst sehr gut nachvollziehen kann. Aber dass es in schwierigen und stark herausfordernden Situationen besonders wichtig ist, den Kopf eben nicht in den Sand zu stecken, sondern aktiv zu werden, zu kämpfen, sich eventuell auch ganz neue Ziele zu setzen.

Angst lähmt aber üblicherweise. Wie kann ich trotz wirtschaftlicher oder finanzieller Sorgen meine Zukunft aktiv gestalten?

Löhr: Aktiv gestalten - das ist genau der Punkt. Ich darf nicht ins Passiv abrutschen, sondern muss Verantwortung für mein eigenes Leben übernehmen. Wenn die Zukunftsforscher Recht behalten, wird sich unsere Arbeitswelt in den kommenden Jahren sehr verändern. Es wird üblich sein, dass wir nicht ein Leben lang bei ein- und demselben Unternehmen arbeiten werden. Erwerbskarrieren, wie wir sie bislang kennen, sind dann eher die Ausnahme, projektbezogene Arbeit sowie kurzfristige Selbstständigkeiten dagegen normal. Wir werden mehr Selbstverantwortung übernehmen müssen - bei der Gestaltung unseres Arbeitslebens und bei unserer persönlichen Weiterentwicklung. Gefragt sind Flexibilität, Mobilität und Improvisationstalent. Eine satte Portion Kampfgeist kann ebenfalls nicht schaden. Wer kämpft, der handelt - und Handeln ist die Grundvoraussetzung für jeden Erfolg.

Sie bezeichnen den Spitzensport als Erfolgsmodell - Niederlagen, Höchstleistungen und eben die Erkenntnisse daraus. Im Beruf geht es oft aber auch um ganz existenzielle Fragen. Wie lässt sich also Sportliches auf die Bereiche Beruf und Karriere übertragen?

Löhr: In Sport und Wirtschaft gibt es parallele Erfolgsgrundsätze. Und vom Modell Spitzensport können Unternehmer und Führungskräfte ebenso lernen wie Mitarbeiter mit Ambitionen. Zunächst einmal geht es um Grundsätzliches, wie die Fragen: Tun wir in unserem Job auch das, was wir am besten können? Nutzen wir unsere Stärken? Haben wir ein Zielfoto im Kopf, das uns motivieren kann? Wie trainieren wir für dieses Ziel? Was lernen wir aus Rückschlägen? Das sind meines Erachtens ganz existenzielle Fragen, die leicht vom Spitzensport auf das «Spielfeld Business» übertragen werden können.

Eine gute Berufsausbildung ist künftig keine alleinige Garantie mehr für einen guten Job - immer stärker rückt die eigene Person mit den individuellen Stärken, der Motivation und Ausdauer in den Mittelpunkt.

Im Anfangsstadium der Planung des Unternehmertages in Kaufbeuren war von der Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen noch keine Rede. Haben Sie Ihren Vortrag den aktuellen Gegebenheiten angepasst? Was darf der Besucher erwarten?

Löhr: Dass wir uns in Zeiten stetiger Veränderungen befinden, das thematisiere ich nicht erst seit der Wirtschaftskrise in meinen Vorträgen.

Darum ist nicht die Krise an sich ein wichtiger Vortragspunkt für mich, sondern wie wir in Zukunft, in einer sich rasant verändernden Umwelt, erfolgreich sein können. Persönlich wichtig ist mir dabei, dass jeder Zuhörer etwas ganz Konkretes für sich mitnehmen und sofort umsetzen kann. Mein Ziel ist es, Menschen ins Handeln zu bringen.

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