Bregenz
Vom See in die Berge

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur und speziell zwischen Künstler und Natur stand bei den Bregenzer Festspielen immer im Zentrum. Schließlich setzt die Seebühne Sänger und Instrumentalisten Jahr für Jahr den Elementen aus. Nun aber suchen die Festivalmacher eine weitere Natur-Herausforderung. In der zeitgenössischen Programmschiene «Kunst aus der Zeit» (KAZ) gibt es ein Konzert in den Bergen von Lech/Arlberg.

Auf etwa 2000 Metern Höhe wird am 24. Juli (bei Schlechtwetter 25. Juli) das Stück «Traumzeit und Traumdeutung» von Jorge E. López aufgeführt. Es handelt sich um eine sinfonische Aktion, die für den Bergraum konzipiert worden ist. «Das soll ein Woodstock über der Baumgrenze werden», sagt Laura Berman, die bei den Festspielen für KAZ verantwortlich ist. Mit zum Konzert gehört, dass die Zuhörer zum Aufführungsort wandern, sich wie Bergsteiger das Essen und Trinken selbst mitbringen und dann dem in den vier Himmelsrichtungen platzierten Orchester sowie den mit altmodischen Megafonen ausgestatteten Sängerinnen zuhören. Außerdem sollen die Zuhörer - es werden mehrere hundert erwartet - auch einen ersten Eindruck von einer Aktion des Kunsthauses Bregenz bekommen. Im Arlberggebiet stellt der Künstler Antony Gormley unter dem Titel «Horizon Fields» mannshohe Plastiken aus Eisen auf.

Oper von Morton Subotnick

In gewisser Weise wird mit dem Konzert auch das diesjährige Festspielmotto «In der Fremde» variiert. Allerdings ist Lech den Bregenzern nicht ganz fremd. Stellen sie doch in dem idyllisch gelegenen Bergdorf alljährlich im Winter ihre Opernproduktion im Schnee vor.

Das Konzert in den Bergen ist allerdings nicht das einzig Ausgefallene, was KAZ bei den Festpspielen (21. Juli bis 22. August) bietet. So wird eine abendfüllende Kammeroper für vier Solisten, vier Violoncelli, Keyboards und Elektronik von Morton Subotnick (geboren 1933) am 5. und 7. August auf der Werkstattbühne uraufgeführt.

«Jacobs Room» war schon in den 1970er Jahren bei Subotnick, einem Pionier der elektronischen Musik, in Auftrag gegeben worden, wurde aber wegen künstlerischer Differenzen nie realisiert. Es geht um die Erinnerungen eines Menschen an seine getötete Mutter. «Auch eine Reise ins Fremde - in den eigenen Kopf», meint Laura Berman.

13 Veranstaltungen im Rahmen von KAZ gibt es dieses Jahr insgesamt - weniger als im vergangenen. Allerdings lasse sich daraus nicht der Schluss ziehen, dass die Programmschiene eingedampft werde, sagt Berman. Während sie im vergangenen Jahr «flächenddeckend» arbeitete, haben dieses Jahr kostenintensive Produktionen für eine Konzentration gesorgt, erklärt sie. (kpm)

Karten für die Festspiele unter Telefon 0043/5574/407-6. Infos im Internet:

www.bregenzerfestspiele.com

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