Marktoberdorf/Ostallgäu
Vom Pflanzenlieferanten zum modernen Dienstleister

Als sie 1969 gegründet wurde, lag der Absatz bei 200 Festmetern. Heute vermarktet die Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf (FBG) durchschnittlich 45000 Festmeter Holz pro Jahr. Der Umsatz belief sich nach Angaben des Vorsitzenden Johann Nägele im vergangenen Jahr auf annähernd 3,5 Millionen Euro. Die Entwicklung der FBG in den letzten 40 Jahren wird auch Thema bei der 40. Jahreshauptversammlung am Freitag, 6. Februar, im Marktoberdorfer Modeon sein (siehe weitere Berichte auf dieser Seite).

Die Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf zähle heute zu den führenden Zusammenschlüssen dieser Art in Bayern, sind sich FBG-Vorsitzender Nägele und ihr Forstlicher Berater Harald Husel sicher. Die FBG habe früh die Zeichen der Zeit erkannt und mit der gemeinschaftlichen Vermarktung von Holz begonnen. Gehörten dem Verein bei der Gründung 56 Waldbesitzer an, so sind es heute 1903 Privatpersonen und 60 Kommunen sowie Rechtlerwaldkooperationen. Das FBG-Gebiet deckt sich ungefähr mit dem früheren Landkreis Marktoberdorf und tangiert die zum Landwirtschaftsamt Kaufbeuren gehörenden vier Forstreviere.

Laut Geschäftsführer Thomas Worm vermarktete die FBG im vergangenen Jahr 42800 Festmeter Holz. Vor zwei Jahren waren es gar 51000 Festmeter. Doch nicht nur wegen ihres Einschlagvolumens genießt die FBG Marktoberdorf in Fachkreisen Ansehen: Sie war zum Beispiel auch die erste in Bayern mit einem Holzlagerplatz. Heute besitzt man zwei große Läger und ist so in der Lage, auch bei einem massenhaften Holzanfall «puffern» und damit regulierend auf den Preis einzuwirken. Als erste in Schwaben ging die FBG die Aufgabe Standortuntersuchung an. Seit 2002 seien alle Grundstücke kartiert, hebt Forstlicher Berater Harald Husel hervor. Er war bis 2005 Forstrevierleiter in Bertoldshofen; seit der Forstreform ist er betrieblicher Forstberater.

Auf gleicher Augenhöhe

Der FBG gehören private und öffentliche Waldbesitzer aus dem gesamten Altlandkreis Marktoberdorf an. Die durchschnittliche Waldgröße (Moore etc. eingerechnet) pro Mitglied liege bei 3,2 Hektar, hat Vorsitzender Nägele ausgerechnet.

Neben dem gemeinsamen Pflanzeneinkauf waren eben diese klein-strukturierten Besitzverhältnisse einst einer der Hauptgründe, die FBG zu gründen. Als einzelner Waldbesitzer habe man bei Verhandlungen mit Sägereien wenig bewirken können. «Mit der FBG waren wir dann auf gleicher Augenhöhe», sagt Johann Nägele. So ließen sich auch Kleinmengen zu vernünftigen Preisen auf den Markt bringen. Die Vereinsgründung sei aber auch im Interesse der Forstverwaltung gewesen, erinnert Husel.

Gefragte Beratung

Die Entwicklung von einer «reinen Vermarktungsorganisation hin zu einem Dienstleistungsunternehmen», sehen Nägele und Husel als einen ganz wesentlichen Punkt in der nunmehr 40-jährigen FBG-Geschichte. Neben Vermarktung ist Beratung gefragt, und Husel sieht sich hier auch wegen der klimatischen Veränderungen gefordert. Immer häufiger wird laut Nägele die FBG mit Waldpflege betraut; fast 100 Verträge sind inzwischen abgeschlossen. Auf über 1000 Hektar übernehme man inzwischen die «gesamte forstliche Palette der intensiven Waldpflege.»

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