Oy-Mittelberg
Vom Job zum Familien-Manager

Harald Konrad (47) aus Oy-Mittelberg hatte bis vor einigen Jahren einen gut bezahlten Job, war in einem mittelständischen Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern für die Lohnbuchhaltung zuständig. Heute kümmert er sich um Haus und Hof, Kind und Kegel. «Es war eine Herzensentscheidung», sagt er und nennt sich selbst «Family-Manager». Die Erziehung seiner beiden Kinder Josefin (fast 9) und Vinzenz (7) steht dabei für ihn im Vordergrund.

«Werte wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Gemeinsamkeit möchte ich meinen Kindern mit auf den Weg geben», sagt der Oberallgäuer, der auch im Elternbeirat in der Schule aktiv ist, seine Kinder im christlichen Glauben erzieht. Vier, fünf Jahre habe er schon gebraucht, seine Gangart als Vollzeit-Vater zu finden. «Anfangs weißt du nicht mehr, wo du in der Gesellschaft stehst, hast plötzlich eine ganz andere Verantwortung.» Jetzt fühlt er sich wohl in seiner Rolle, weiß aber auch: «Es wird nicht ewig so bleiben. Das Leben ist Veränderung.»

Dass er seinen Kindern stabile Wurzeln fürs Erwachsenwerden geben kann, bestärkt ihn in seinem Tun. Die ersten Jahre im Leben eines Kindes sind besonders wichtig, ist seine Überzeugung. Und auch jetzt hat er das Gefühl, dass seine Kinder eine gewisse Nestwärme schätzen.

«Wenn ein Mann daheim ist, kann er meist viel mehr machen als eine Frau», sagt Ehefrau Hedwig Filleböck mit Blick auf das renovierte Mietshaus.

Und auch ihrem Mann ist in den letzten Jahren bewusst geworden, «dass in unserer Gesellschaft in der Kindererziehung oft die männliche Nuance, das Väterliche fehlt.» Erzieher oder Grundschullehrer seien fast immer Frauen.

Ideal: Gemeinsam erziehen

Idealerweise sollten Vater und Mutter die Kinder zusammen erziehen, ist sich das Ehepaar einig. Als Harald Konrad aber vor einigen Jahren als gut dotierter Industriekaufmann um eine Teilzeitstelle nachgefragt hat, sei er bei seinem Arbeitgeber auf Unverständnis gestoßen. «Tenor war - auch im Verwandtenkreis - in meinem Alter und in meiner Position macht man so etwas nicht.»

Mit seinem Minijob trägt Harald Konrad heute als Hausmeister für Kirche und Kindergarten zum Familieneinkommen bei. Hedwig Filleböck arbeitet selbstständig als Einzelcoach, Motivationstrainerin und Dozentin.

Sie geht in ihrer Arbeit auf, genießt aber auch die Familienmomente. «Ich bin zwar viel unterwegs, habe bei den Kindern aber einen ganz hohen Stellenwert», beschreibt die 46-Jährige. «Und für Gespräche und Vorlesen nehme ich mir dann viel Zeit.»

Und dass abends ein frisch zubereitetes Essen auf dem Tisch steht, genießt sie schon sehr.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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