Haldenwang
Vom Büro aus lockten 60 Gipfel Jetzt sind sie alle erklommen

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Hochtrabenden Träumen nachzulaufen - dazu nahm sich Siegfried Limberger früher nie Zeit. Galt es doch als Ehemann und Vater fest im Alltagsleben zu stehen. Und doch hatte der Computer-Spezialist seine Traumziele täglich vor Augen, wenn er durch sein Bürofenster schaute: 60 Alpengipfel lockten und er träumte davon, sie später einmal zu besteigen. «Später» ist längst vorbei, denn der Haldenwanger hat alle seine hohen Ziele «erobert».

Da sitzt er an seinem Computer, erzählt nebenbei von seiner soeben beendeten Südtirolreise und von seinem nächsten Urlaubsziel: «Am Gardasee ein wenig Sonne und Frühlingswärme tanken.» Wenn man Siegfried Limberger («mich nennt jeder Siggi») nach den Höhepunkten seiner Nah- und Fernreisen fragt, braucht er nicht lange zu überlegen: «Skandinavien von Süd bis Nord, vom Meer bis zu den Gipfeln und die Pässe dazwischen mit dem Mountainbike auf und ab kurven.»

Freilich, wenn der begeisterte Radlfreak und Bergsteiger daran denkt, was ihn «auf den Weg nach oben» brachte, leuchten seine Augen: 1990 musste er für seinen Arbeitgeber von Montag bis Samstag in Ostdeutschland als Computerlehrer arbeiten, am Wochenende war er bei der Familie. Einem Bekannten habe er von seiner Plackerei aber auch von seinen Gipfelträumen für später erzählt.

Der Mann habe ihm geduldig zugehört, kurz nachgedacht und gemeint: «Wenn Du einen Lebenstraum hast, schiebe ihn nicht auf.» Diesen Satz habe er gespeichert. Von da ab war er mit der Familie, wenns schwierig wurde, mit einem Bergführer oder mit dem Radl «in die Berg und zwar jedes Wochenende und jeden Urlaub.»

Den Rat nie vergessen

Was sich der Elektronik-Spezialist zuvor niemals hätte träumen lassen wurde in den folgenden drei Jahren wahr: alle 60 von zu Hause gesichteten Alpengipfel, vom Hohen Kasten in der Schweiz, über Ifen, Widderstein, Krottenkopf, Trettachspitze bis zum Säuling, dazu die Tannheimer- und Lechtaler Berge wurden von Siggi Limberger erstiegen. «Nur die Höfats hat mich zweimal abrutschen lassen», gibt der Haldenwanger Gipfelsammler offen zu.

Nicht abgerutscht und nicht in Vergessenheit geraten ist dagegen der Rat eines Fremden. Bis heute folgt Siggi Limberger diesem «Signal», wie er es nennt, und weil er inzwischen im Rentenalter ist, fährt er zusammen mit Ehefrau Krystyna rund 30 Jahreswochen zu seinen Traumzielen. Wo die Haldenwanger gerade sind? Nun, die Tage flatterte eine Postkarte vom Gardasee ins Briefkästle: «Bloß nichts aufschieben. Was man wünscht, sollte man auch tun», war darauf zu lesen.

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