Unterjoch
Vom Banker zum Bauer

Es klingt erst einmal wie die Geschichte eines Aussteigers. Ein Mann Mitte 20 kündigt seinen Job bei einer Frankfurter Großbank und zieht ins Allgäu auf einen Bergbauernhof in der Nähe von Unterjoch. Doch ein Aussteiger wollte und will der heute 37-jährige Eric Beißwenger nicht sein. Schon eher einer, der seine Träume verwirklicht. Denn schon mit zwölf Jahren wollte er Bauer werden.

Doch sein Weg führte ihn trotzdem zuerst in die Großstadt. «Mein Vater wollte, dass ich erst etwas Gescheites lerne», erzählt er. Als Vermögensverwalter war er so einige Jahre tätig - immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, doch irgendwann die Betonwüste hinter sich zu lassen und sich etwas Eigenes aufzubauen.

Dass er den alten Bergbauernhof in der Nähe von Unterjoch (Oberallgäu) gefunden hat, war purer Zufall. «Gesucht haben wir zwischen West-Kanada und Ungarn», sagt Beißwenger. Dass ihn sein Weg ins Allgäu geführt hat, lag vor allem an einem: «Hier hat man die Möglichkeit, durch den Tourismus etwas dazu zu verdienen.»

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Seit zwölf Jahren bewirtschaftet Beißwenger nun mit seiner Frau Judith den Bergbauernhof Hoiser. Erfolgreich, wie er betont. «Wir sind schließlich zum Geld verdienen hierher gekommen», sagt der ehemalige Banker. Die Arbeit mit den Tieren macht ihm Spaß. «Aber Ökologie und Ökonomie müssen in Einklang stehen», sagt Beißwenger.

Mit ein paar Tieren hat er angefangen, inzwischen hat er unter anderem Schafe, Damhirsche, Zuchtsauen, Hühner und Bienen - darunter auch bedrohte Haustierrassen wie das schwäbisch-hällische Schwein. «Wir machen fast alles selbst, was man sich vorstellen kann», sagt Beißwenger. Nur Milchprodukte fehlten ihm noch. Deshalb hat er sich vor zwei Jahren Anteile einer Alpe ganz in der Nähe gekauft. Seit diesem Jahr gehört die Sennalpe Untere Schwande nun ganz Beißwenger.

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Ein Hirte kümmert sich derzeit um die Tiere auf der Alpe und käst auch selbst. Doch Beißwenger könnte es sich schon vorstellen, auch einmal den Sommer auf der Alpe zu verbringen.

Ob er sein altes Leben manchmal vermisst? Beißwenger schüttelt den Kopf. Gelegentlich gibt er Kurse zum Thema sichere Geldanlagen - das ist von seiner Zeit als Banker noch übrig geblieben. «Ich habe jetzt mehr Arbeit, aber weniger Stress», sagt er. Und noch einen Vorteil sieht Beißwenger an seinem Landleben. «Wo sonst könnten meine Söhne im Bach direkt vor der Haustüre spielen.»

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