Buchloe
«Volle Unterstützung» für langsameres Fahren

«Voll und ganz unterstützen» möchte die Mehrheit im Buchloer Stadtrat einen Antrag der UBI zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A96 und auf der B12. Das zeigte sich in der jüngsten Stadtratssitzung. Wie berichtet, fordert die UBI das Tempo von Autos auf der A96 zwischen den Anschlussstellen Buchloe-West und Buchloe-Ost auf 80 Stundenkilometer zu begrenzen, Lastwagen sollen dort nur noch 60 Stundenkilometer schnell fahren dürfen. Zudem soll der Verkehr auf der B12 zwischen der Autobahnanschlussstelle Jengen/Kaufbeuren und Jengen auf 80 und 60 Stundenkilometer verlangsamt werden. Die Beschränkungen sollen zwischen 22 und 6 Uhr gelten. Flüsterasphalt soll zu einer weiteren Lärmminderung beitragen.

Bürger vor allem nachts schützen

«Es ist unser Anliegen, die Bürger vor allem nachts zu schützen», erklärte UBI-Sprecher Rudolf Grieb. Im Gegensatz zu früher gestellten und abgelehnten Anträgen, sei dieser nun «deutlich differenzierter». Grieb: «Man muss auch sehen, dass der Verkehr und damit auch der Lärm immer mehr wurde.»

Grieb rechnete vor, dass langsamer fahrende Autos den Lärm um drei bis fünf Dezibel verringerten. Flüsterasphalt trage zudem zu einer Lärmminderung von rund sieben Dezibel bei. «Zusammen sind das zehn Dezibel und das ist jede Menge», meinte Grieb.

Er führte an, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der A96 beispielsweise westlich von München gelten. «Da geht es ja auch, weshalb also nicht auch bei uns?», wollte er wissen.

Monika Strohmayer (SPD) sagte dem Antrag ihre volle Unterstützung zu. Während Eva Kienzle (FWV) meinte, ihre Fraktion sei gespalten. «Regen sich denn wirklich so viele auf?», fragte sie. Man solle gar nicht erst warten, bis sich noch mehr Bürger beschweren, befand Maximilian Hartleitner (CSU): «Eine Geschwindigkeitsbeschränkung wäre in jedem Fall eine Verbesserung.» Darauf, dass auf Bundesstraßen für Lkw ohnehin bereits Tempo 60 gilt, wies Benjamin Leinsle (CSU) hin. Daher müsse man dies nicht nochmals eigens beantragen.

Die Verwaltung leitet den Antrag nun an die zuständigen Behörden weiter. Diese sollen dann darüber entscheiden.

Letzter Vorstoß im Jahr 2007

Zuletzt hatte die UBI im Oktober 2007 einen Vorstoß unternommen, die Geschwindigkeit auf A96 und B12 zu begrenzen. Die Autobahndirektion Südbayern hatte das Ansinnen jedoch mit einem Verweis auf eine Vorgabe des Innenministeriums abgelehnt.

Demzufolge seien Tempolimits nur dann vertretbar, wenn der Verkehrslärm den Richtwert von 60 Dezibel in der Nacht überschreitet. Trotz einer Zunahme des Verkehrs zwischen dem Jahr 2000 und 2005 um 16 Prozent werde dieser Wert nachts bei keinem Anwesen in Buchloe erreicht, schrieb die Autobahndirektion damals.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ