Volkstrauertag
Volkstrauertag: Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Überall in Deutschland wurde am gestrigen Sonntag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. In Kaufbeuren fand das Gedenken unter Beteiligung der Fahnenabordnungen der Vereine und der Stadtkapelle auf dem Alten Städtischen Friedhof statt. Kaufbeuren sei, so Oberbürgermeister Stefan Bosse, seit mehr als 300 Jahren von Bombardierungen, Stellungskrieg und massiven Kampfhandlungen verschont geblieben.

Mit Blick auf die Weltkriege sei aber festzustellen, dass "dieser schreckliche Teil unserer jüngeren Geschichte in vielen Teilen unseres Lebens präsent ist, Vergangenheit für uns auch immer wieder Gegenwart wird". Bosse rief dazu auf, dankbar zu sein für die lange Phase des Friedens in Deutschland, der nicht selbstverständlich sei.

Wer die deutsche Haltung zu internationalen Auseinandersetzungen verstehen wolle, komme nicht an den deutschen Kriegserfahrungen und -folgen vorbei. Hass, Intoleranz und Kriegstreiberei seien früh zu bekämpfen.

Pater Joshi war im Gottesdienst in der Friedhofskirche zuvor auf die Bedeutung des Volkstrauertages aus kirchlicher Sicht eingegangen. Der Volkstrauertag mahne zum Gedenken an all jene, die in den beiden Weltkriegen und den Kriegen seither ihr Leben für das Vaterland geopfert hätten.

Die Trauer um die Toten stehe nicht nur gegen das Vergessen der Opfer, sondern mache vielmehr wachsam gegen jede Gewöhnung an Leid und Unrecht, mahne gleichsam zum Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. Frieden, so der Gottesmann, 'ist das größte Geschenk, das wir haben können'.

Er verstehe nicht, dass man heute wieder über die Rechtfertigung von Kriegen diskutiere, erklärte dies aber mit einem Wort des französischen Philosophen Gabriel Marcel: 'Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn'.

Oberst Richard Drexl, der Kommandeur der Technischen Schule der Luftwaffe 1, der neben einem Ehrenzug und dem evangelischen Militärpfarrer Leander Sünkel auch eine stattliche Anzahl seiner Soldaten mitgebracht hatte, griff ebenfalls Marcels Gedanken auf. In den Kreis derjenigen, derer zu gedenken sei, schloss er zum Beispiel auch Flüchtlinge aus heutigen Kriegs- und Krisengebieten ein.

Gedenken, so der Oberst, sei nicht nur Erinnerung an die Toten, sondern auch Mitgefühl und Verbundenheit mit den Hinterbliebenen 'und es mahnt an unseren Auftrag für Gegenwart und Zukunft'. Es gelte, die richtige Lehre aus dem Geschehenen zu ziehen und das Mögliche zu tun, dass sich diese Ereignisse nie wiederholen.

Damit sei auch der Einsatz der Bundeswehr für die Völkergemeinschaft begründet, so Drexl: 'Nämlich Krieg und Terror zu beenden, den äußeren Frieden zu sichern'. So müsse auch der in Afghanistan gefallenen deutschen Soldaten gedacht und mit ihren Hinterbliebenen gefühlt werden. Mit den Worten 'Ich wünsche uns, dass der Volkstrauertag zu einem Volksfriedenstag wird' schloss Drexl.

'Die Rolle des Kriegsbremsers und Friedensbewahrers steht keinem Volk mehr zu als den Deutschen.'

Oberbürgermeister Stefan Bosse

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