Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Werkschließung in Sonthofen
Voith hält trotz Corona-Krise an Plänen fest – IG Metall fordert: Arbeitgeberverband und Staatsregierung sollen eingreifen

Der Voith-Konzern hält trotz Corona-Krise an Werkschließung in Sonthofen fest. Daher fordert die IG Metall: Arbeitgeberverband und Staatsregierung sollen eingreifen.
  • Der Voith-Konzern hält trotz Corona-Krise an Werkschließung in Sonthofen fest. Daher fordert die IG Metall: Arbeitgeberverband und Staatsregierung sollen eingreifen.
  • Foto: Ulrich Weigel
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Die IG Metall Bayern hat der Geschäftsführung des Voith-Konzerns angeboten, Streiks während der Corona-Krise auszusetzen und nach der Krise den Dialog über den Erhalt des Standortes Sonthofen wieder aufzunehmen. Im Gegenzug sollte das Unternehmen die Schließungspläne während der Corona-Krise „auf Eis legen.“ Wie die IG Metall mitteilt, hat der Voith-Geschäftsführer Mathias Mörtl das Angebot in einem Antwortschreiben abgelehnt.

Im Hinblick auf die Pandemie meint Mörtl: "Umso wichtiger ist es, sich gerade in diesen unsicheren Zeiten nicht den Blick auf betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten verstellen zu lassen […] Und gerade deshalb werden wir die Umsetzung wirtschaftlich sinnvoller Maßnahmen weiter entschlossen vorantreiben."

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, kritisiert die Geschäftsführung dafür scharf: "Alle beschwören in der Corona-Krise die Solidarität, was auch absolut richtig ist. Doch Voith missachtet alle gesellschaftlichen Bemühungen, gemeinsam so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen. So ein Vorgehen schafft keinen Zusammenhalt, sondern kann dazu führen, dass es die Gesellschaft zerreißt.“ Er meint weiter, die Politik helfe der Wirtschaft mit dreistelligen Milliardenbeträgen, und Voith mache "business as usual“ und will seine Beschäftigten auf die Straße setzen. Alle müssten in dieser Krise einen Beitrag leisten. Darum ruft Horn den Arbeitgeberverband (vom) und die Bayerische Staatsregierung dazu auf, dem Konzern klarzumachen, „dass solch ein Vorgehen in der aktuellen Lage nicht tolerierbar ist."

Ziel bleibt: Dialog aufnehmen und Standort erhalten

Das Ziel der IG Metall bleibe aber weiterhin, den Dialog mit dem Unternehmen nach der Krise wieder aufzunehmen und den Standort in Sonthofen zu erhalten. Laut IG Metall erreichte das Sonthofen Werk 2019 seine Umsatzziele und schrieb schwarze Zahlen. Um Kosten zu sparen, will der Voith-Konzern die Produktion aber an einen anderen Standort verlegen. Ein Alternativkonzepts das ein externer Unternehmensberater im Auftrag des Betriebsrates anfertigte, lehnte das Unternehmen Anfang März ab. Seitdem ist es schon zu mehreren Warnstreiks gekommen. Laut IG Metall stehen die 500 Beschäftigten kurz vor einem Streik, um gegen die seit Monaten geplante Standortschließung zu kämpfen.

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