Lindenberg
Vögele will ausziehen

Der Lindenberg Passage droht weiterer Leerstand. Das Modeunternehmen Charles Vögele will ihren bis zum 31. August 2010 datierten Vertrag nicht verlängern. Das bestätigte Daniel Bärlocher, Leiter der Unternehmenskommunikation der Schweizer Unternehmensgruppe, gegenüber der Heimatzeitung. «Man kann annehmen, dass es die Filiale nicht mehr geben wird», beschreibt Bärlocher die Lage.

Charles Vögele belegt die größte Fläche im früheren Einkaufszentrum. Seit knapp 15 Jahren verkauft das Unternehmen hier Textilwaren. Zieht Vögele aus, vergrößert sich der Leerstand erheblich. Schon jetzt stehen etwa 1600 Quadratmeter leer, also fast die Hälfte der insgesamt 3700 Quadratmeter, wie Citymanager Bernd Mathieu erklärt.

Bürgermeister Johann Zeh ist über die Absicht von Vögele, den Vertrag nicht zu verlängern, informiert. Er hat aber nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Ladens «noch Hoffnung», dass das Schweizer Unternehmen letztlich doch in der Passage bleiben wird. Falls nicht, erwartet er erhebliche Folgen. Zeh: «Wenn Vögele die Passage verlässt, wäre das der Todesstoß.

» Dass Vögele den Vertrag nicht verlängert hat, erfüllt die anderen Pächter in der Passage mit Sorge: «Wenn Vögele ausziehen sollte, gehen wir wahrscheinlich auch weg», sagt Fathi Hmid, Inhaber des Jeans-Discounters. Mit dem Weggang von Vögele gingen auch ihm viele Kunden verloren, fürchtet er. Ähnlich beurteilt Pascha Bozognu, Inhaber der Schneiderei Pascha, die Lage. Das Textilunternehmen ziehe viele Leute an. Würde die Filiale geschlossen, bekäme auch er das deutlich zu spüren. Bozognu: «Viele Kunden von Vögele bringen ihre Kleidung zu mir zum Ändern».

«Wenn Vögele schließt, wäre das schlimm», meint auch Josef Thiel, Augenoptiker in der Passage. Allerdings sieht er nicht ganz schwarz: «In jeder Krise steckt auch die Chance, etwas Neues voranzubringen.» Thiel ist überzeugt, dass ein «Generalunternehmer» gefunden werden muss, um attraktive Firmen für die leeren Flächen zu gewinnen. Unter dessen Regie könnten alle Geschäfte in der Passage mit einer Stimme sprechen und gemeinsame Aktionen starten.

Das gleiche Problem sieht auch Bürgermeister Zeh: «Das Grundübel ist, dass keiner die ganze Passage vermarktet.» Jeder Laden sei auf sich selbst gestellt. Um eine Strategie zu entwickeln, wie der Leerstand behoben werden könnte, hat der Bürgermeister vor einigen Wochen alle Eigentümer an einen Tisch geholt. «Bisher kann ich noch kein Ergebnis verkünden», so Johann Zeh.

Dem Thema Leerstand nimmt sich auch der City-Manager an: Ende November will Bernd Mathieu eine Internetseite freischalten, auf der alle in Lindenberg leer stehenden Ladenflächen präsentiert werden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019