Blaichach / Burgberg
Vitalpark entgeht knapp der Insolvenz

Nur eine kurzfristige Finanzspitze von 15000 Euro hat den Vitalpark in Burgberg mit seinem Naturbad im August vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt. Die Freizeitstätte, die von den beiden Kommunen Burgberg und Blaichach gemeinsam gestützt wird, macht auch sonst Sorgen, vor allem wegen der niedrigen Besucherzahlen im total verregneten Sommer. Um das Projekt vor dem Aus zu bewahren, hat der Gemeinderat Blaichach in seiner jüngsten Sitzung erneut Geld nachgeschossen, insgesamt 45000 Euro.

Von der Gemeinde Burgberg wird das Gleiche erwartet. Bürgermeister Dieter Fischer - er ist zugleich Geschäftsführer der Einrichtung - lässt das Thema für Montag, 13. September, auf die Tagesordnung des Kommunalparlaments setzen. Danach soll es noch eine gemeinsame Sitzung beider Ratsgremien geben. Als geschäftsführender Beamter im Burgberger Rathaus bestätigte Ludwig Wegscheider die Probleme mit dem Vitalpark. «Die Saison lief schlecht. Es fehlten uns die Eintrittsgelder.» Bürgermeister Fischer war für eine aktuelle Stellungnahme nicht erreichbar.

Mehr oder minder die Sprache verschlug es den Blaichacher Gemeinderäten, als sie von Bürgermeister Otto Steiger über die jüngste Zusammenkunft des Vitalpark-Beirats unterrichtet wurden. Erst zu Beginn der Saison hatte ein neuer Pächter das Regiment über die Anlage übernommen, deren Mittelpunkt das mit Schilf besetzte Naturbad ist.

An manchem Wochenende des zumeist finsteren Allgäuer Sommers habe man «ohne einen müden Cent» dagestanden. An einem Super-Wochenende hingegen habe man einen Umsatz von 12000 Euro erzielt, umriss der Rathaus-Chef die Wetterabhängigkeit des Vitalparks. Das Defizit, das bis zum Jahresende zu erwarten ist, bezifferte Steiger auf bis zu 180000 Euro. In ähnlichen Dimensionen lagen die roten Zahlen auch in den Jahren 2009 und 2008. Dieses Minus müssen beide Kommunen je zur Hälfte abdecken. Hinzu kommen die Kapitalerhöhungen, die auch schon im Vorjahr fällig geworden waren.

«Das Defizit ist deprimierend», befand CSU-Rat Hans Natterer, als er seine Sprache zurückgefunden hatte. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Matzek war bedrückt. «Das, was entstanden ist, ist nicht das, was wir gewollt haben», merkte er an. Mehrere Räte machten Vorschläge, wie man vielleicht doch etwas zum Besseren wenden kann. Doch für Rathaus-Chef Steiger ist Sonne und Wärme der Faktor Nummer eins. Der Bürgermeister: «Am Wetter kann ich nicht schrauben.» Ihm wäre es lieb, wenn sich nicht nur Urlaubsgäste begeistert vom Bad zeigten, sondern auch die Einheimischen. Die aber, so meint Steiger, «schneiden das Bad».

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