Villa Jauss ruht auf sicherem Boden

Oberstdorf (pts). Wer künftig in der Villa Jauss in Oberstdorf bis in die Mansarde vordringt, um auch dort Grafiken von Picasso oder Dali zu betrachten, wird das bisherige Schwingen des Dielenbodens nicht mehr vorfinden. Auch wenn sich Brautpaare unterm Gebälk der obersten Etage das Ja-Wort vor der Standesbeamtin geben, wird das Parkett nicht mehr beiläufig knarzen. Die jahrelangen Bemühungen, den ganz aus Holz gebauten ehemaligen Sommersitz eines Brauereibesitzers nach und nach als Kunsthaus zu etablieren, haben eine weitere Station passiert.

Die Marktgemeinde als Besitzer der architektonisch interessanten Immobilie und der Kulturverein 'Initiative Villa Jauss' als Pächter und Nutznießer führten jetzt bei einer Begehung vor, was zuletzt alles in der Kulturstätte geschehen ist. Die Statik des bisherigen Bodens im obersten Stockwerk der Villa, wo unterm freigelegten Dachgebälk Lesungen stattfinden und klassische Quartette Mozart zelebrieren, wo aber auch immer wieder Trauungen erfolgen, war nicht mehr sicher.

So gab das Rathaus kurzerhand rund 20 000 Euro frei, um Stahlträger einzuziehen und morsche Dielen durch einen neuen Holzboden aus einheimischem Weißtannenholz einzuziehen.

Damit ist das Sanierungs-Budget für das Kunsthaus für heuer aber auch schon praktisch erschöpft, machte Hauptamtsleiter Thomas Kretschmer bei der Begehung deutlich. Dabei sind noch viele Wünsche offen, wie Vorsitzender Dr. Wolfgang Nettesheim für die Initiative darlegte. Eine Toilettenanlage, eine Erneuerung der Fenster, die Isolierung des Hauses und die Trockenlegung des Kellergeschosses - all dies müsste angepackt werden. In den zehn Jahren ihres Bestehens haben die mehr als 100 Mitglieder der 'Initiative Villa Jauss' schon viel durch eigenen Einsatz und dank mancher Spendengelder erledigt.

Von einem Aufwand bis zu 300 000 Euro war bisher die Rede, um dem zu vielen Ausstellungen genutzten Haus Glanz zu verleihen. Zwischen 50 000 und 100 000 Euro werden wohl noch fällig werden, vermutet Vorstandsmitglied Wilhelm Geierstanger. 'Dann steht die Villa gut da.'

Skizzen zu Picassos 'Guernica'

Vor Ostern noch soll die auf Vordermann gebrachte Mansarde bei irischer Musik ihre 'Einweihung' erleben. Bereits am Sonntag, 18. März, wird im Haus eine Ausstellung von Bergbildern aus der Malerwerkstatt von Hans Dambeck eröffnet.

Im April folgt eine Schau mit Fotografien und Gemälden des Ehepaars Gisela und Friedrich Carl Rosen. Als Ergänzung der ganzjährigen Ausstellung mit Grafiken aus dem Besitz des Villa-Jauss-Gönners Hugo J. Tauscher ist für heuer eine Schau mit 32 Skizzen von Pablo Picasso zu seinem Monumental-Bild 'Guernica' geplant. Und im Sommer will der Kulturverein seinen zehnten Geburtstag mit einem Sommerfest im Park vor dem Haus feiern.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen