Kempten / Augsburg
Vierte Hochschule in Schwaben ist «überflüssig»

Der Kemptener Hochschul-Präsident Professor Dr. Robert F. Schmidt fühlt sich vor den Kopf gestoßen. Den Plan der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, in Augsburg mit der privaten AKAD-Hochschulgruppe Studiengänge für die berufsbegleitende Meister-Weiterbildung zu schaffen, hält er schlicht für «überflüssig».

Maßgebliche IHK-Mitglieder aus dem Allgäu üben sich derweil in Diplomatie. Einerseits haben sie die Interessen der Wirtschafts-Kammer zu vertreten, andererseits die Hochschule in Kempten nicht zu schwächen.

In Schwaben gibt es drei öffentlich-rechtliche Hochschulen für angewandte Wissenschaften: in Augsburg, Neu-Ulm und Kempten. Jetzt soll, wie berichtet, ein Bachelor für Meister geschaffen werden. Zu diesem Zweck plant die AKAD-Hochschulgruppe, in Augsburg ab kommendem Jahr Hunderte von Studienplätzen für Berufstätige anzubieten - und zwar mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben.

Kemptens Hochschul-Chef kritisiert diese Entwicklung. Denn durch den mehrheitlich abgesegneten Plan der IHK, mit AKAD in Augsburg eine eigene Hochschule zu etablieren, «sind wir vor vollendete Tatsachen gestellt worden», so Schmidt. Kempten, Neu-Ulm und Augsburg planen ihrerseits, ein gemeinsames Angebot an berufsbegleitenden Bachelor-Studiengängen auf die Beine zu stellen.

In einer gewissen Zwickmühle befinden sich IHK-Mitglieder, die in den Gremien der drei etablierten Hochschulen vertreten sind. Zum Beispiel der Memminger Unternehmer Wolfgang E. Schultz. Er ist zum einen Vize-Präsident der IHK Schwaben und zum anderen Vorsitzender des Hochschulrates der Hochschule Kempten. Er meinte gestern zu diesem inneren Konflikt: «Sollte ich mich zu Sachfragen äußern müssen, dann würde ich mich für die Hochschule Kempten entscheiden.»

Leichter hat es da Hans-Peter Rauch aus Waltenhofen (Oberallgäu), Vize-Präsident der Handwerkskammer Schwaben. Das Handwerk macht nicht mit bei dem AKAD-Projekt in Augsburg: «Wir wollen weiterhin bei der Fortbildung mit den etablierten Hochschulen zusammenarbeiten.» (bb)

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