Lindenberg
Vier bis fünf Wochen Zeit bleiben

Die Zukunft der Geburtshilfe im Lindenberger Krankenhaus hängt am seidenen Faden. «Die Chancen sind nicht gut. Wir werden aber alles tun, um eine Lösung zu finden», fasste Peter Rahn, Prokurist der Schwesternschaft des Roten Kreuzes, gestern am späten Nachmittag das Ergebnis mehrerer Gespräche an der Klinik zusammen. Demnach entscheidet sich in den nächsten vier bis fünf Wochen, ob es zumindest eine vorübergehende Lösung für die Belegarztabteilung geben wird. Kommt die nicht, wird sie Ende Juni geschlossen.

Das Thema beschäftigt die Westallgäuer stark. Eine Initiative «Pro Lindenberger Geburtshilfe» hat binnen weniger Tage fast 1400 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt. Die Listen sind gestern an Generaloberin Edith Dürr überreicht worden.

Die Belegabteilung wird derzeit von zwei Fachärzten betrieben. Einer von ihnen hat den Vertrag zum 30. Juni gekündigt. Dabei bleibe es auch, schilderte die Generaloberin die Lage. Mit einer Belegärztin allein aber kann die Abteilung nicht betrieben werden. Die Schwesternschaft sucht deshalb nach einer Interimslösung. Denkbar sei eine Kooperation mit umliegenden Häusern, aber auch eine zeitweise Verlegung eines Gynäkologen aus München ins Westallgäu, so Dürr. Dauern könne eine solche Übergangslösung «längstens ein halbes Jahr».

Vier bis fünf Wochen gibt sich die Schwesternschaft Zeit, um entsprechende Vereinbarungen unter Dach und Fach zu bringen. Gelingt das nicht, sei die Geburtshilfe zum «30. Juni beendet».

Die mögliche Interimslösung soll der Schwesternschaft Zeit verschaffen, mindestens einen Facharzt zu finden, der dauerhaft als Belegarzt in Lindenberg tätig werden könnte. Gesucht werde bundesweit, so Peter Rahn. Der Prokurist stuft die Chance, einen zu finden, aber «als nicht allzu groß» ein. Grund: Gynäkologen sind bundesweit Mangelware. Selbst am Frauenkrankenhaus in München habe man Probleme freie Stellen für Assistenzärzte zu besetzen. Unterstützung erhofft sich das Krankenhaus auch von der Stadt. Sie könne Rahmenbedingungen «günstig beeinflussen», so Edith Dürr. Das könnte die Suche nach Bauplätzen oder Praxisräumen aber auch Hilfe in Sachen Haftpflichtversicherung sein.

Bürgermeister Johann Zeh signalisierte zumindest tatkräftige Unterstützung. «Für das Krankenhaus wäre es furchtbar, wenn es die Geburtshilfe nicht mehr gäbe», so der Rathauschef.

Als Möglichkeit prüfen will die Schwesternschaft auch die Einrichtung einer eigenen Hauptabteilung am Krankenhaus. Dabei seien die Probleme aber ähnlich. «Auch da müssen sie erst die nötigen Fachärzte finden» (Rahn).

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