Renovierungsbedarf
Viele Schulen müssen umfassend saniert werden

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Die Unterallgäuer Schulen zählen auch im kommenden Jahr zu den größten Brocken, die der Kreishaushalt zu stemmen hat. Rund 20,6 Prozent der Ausgaben im Verwaltungshaushalt des Landkreises entfallen laut Kreiskämmerer Gunther Füßle auf diesen Bereich. In seinem Haushaltsentwurf sind rund 20,8 Millionen Euro (Vorjahr: 19,6 Millionen Euro) für die Schulen veranschlagt. Gleichzeitig wurde in der jüngsten Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses des Kreistags deutlich, dass viele Bildungseinrichtungen generalsaniert werden müssen, was sich in den kommenden Jahren auf den Kreishaushalt auswirken wird.

Im Verwaltungshaushalt für den Bereich Schulen sind beispielsweise Kosten für den Gebäudeunterhalt sowie Personalkosten enthalten. So belasten etwa Gymnasium und Realschule in Ottobeuren den Kreisetat mit 3,3 Millionen Euro - eine Steigerung von rund 144000 Euro, die der stellvertretende Kreiskämmerer Gottfried Ahne vor allem auf eine Steigerung bei den Personalkosten zurückführte. Ein großer Ausgabenposten ist laut Ahne auch der vom Landkreis zu entrichtende Gastschülerbeitrag, der sich im Jahr 2011 auf rund 4,7 Millionen Euro belaufen wird. Dieser wird für Schüler bezahlt, die eine Schule außerhalb des Landkreises besuchen. Auf Nachfrage von Kreisrat Thomas Frommel (ÖDP) erklärte Ahne, dass der Kreis im Gegenzug etwa zwei Millionen Euro einnimmt.

Ein Hauptgrund für dieses Ungleichgewicht ist nach Angaben von Landrat Hans-Joachim Weirather, dass viele Schüler aus dem Landkreis in Memmingen weiterführende Schulen besuchen. «Mit dem Ausbau des Ottobeurer Gymnasiums, an dem es in einigen Monaten den ersten Abitur-Jahrgang geben wird, haben wir zwar einen neuen Schwerpunkt gesetzt», so der Landrat. Gleichzeitig werde aber künftig das neue Gymnasium in Buchloe den Standort im benachbarten Türkheim «unter Druck setzen».

Im Vermögenshaushalt für das Jahr 2011 schlagen vor allem die Erweiterungsmaßnahmen in Babenhausen (rund 1,1 Millionen Euro) und Ottobeuren (320000 Euro) zu Buche.

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Kreistag, den Haushalt in den Bereichen Schule sowie Kulturpflege und Sportförderung so anzunehmen, wie von der Verwaltung vorgeschlagen.

Antrag der SPD-Fraktion

Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion müssen zahlreiche landkreiseigene Schulen und Zweckverbandsschulen, die überwiegend in den 1970er Jahren gebaut wurden, in den kommenden Jahren saniert werden. Daher müsse man Umfang, Kosten und Reihenfolge der Maßnahmen in die Haushaltsberatungen aufnehmen, lautet ihr Antrag. Landrat Weirather erklärte, dass sich die Schulen zwar «in einem relativ guten Unterhaltungszustand befinden. Energetisch sind sie jedoch eine Katastrophe», so der Landrat. Fenster und Türen müssten ausgewechselt und Kältebrücken in den Griff bekommen werden.

Außerdem sei eine Nachbesserung bei der Barrierefreiheit und dem Brandschutz erforderlich.

Dass dafür «nicht unerhebliche Mittel» anfallen, beschrieb Kreisrat Helmut Koch (SPD). So liege bereits ein Konzept für eine Sanierung des im Jahr 1975 erbauten Gymnasium- und Realschulgebäudes in Ottobeuren vor, wonach die Kosten auf rund neun Millionen Euro beziffert werden. Auch die anderen Schulen wollen im Jahr 2011 ein Konzept vorlegen. «Wir können nicht sämtliche Maßnahmen im selben Zeitraum stemmen», so Landrat Weirather. Daher werde man nach Vorlage sämtlicher Konzepte «in die zuständigen Gremien gehen» und festlegen, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen in Angriff genommen werden können.

 

Zahlreiche landkreiseigene Schulen und Zweckverbandsschulen - wie auf unserem Bild das Gebäude des Gymnasiums und der Realschule in Ottobeuren - müssen in den kommenden Jahren umfassend saniert werden. Foto: Simone Schaupp

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