Oberstdorf
Viele hielten ihn für den wahren Bürgermeister

Die betagten Menschen in den Altenheimen haben Albert Vogler sowieso für den eigentlichen Bürgermeister von Oberstdorf gehalten. Besuchte der langjährige Rathaus-Vize doch stets die Bewohner der Seniorenstifte zu deren runden Geburtstagen und plauderte mit ihnen fröhlich.

Doch der nunmehr 70 Jahre alt gewordene Schneidermeister war nicht nur der «Gratulations-Bürgermeister», wie manche in der Gemeinde spotteten. Sondern Vogler drehte - wenn auch nicht an oberster Stelle - mit am Räderwerk der Kommunalpolitik. Jetzt durfte Vogler für seinen ehrenamtlichen Einsatz in der Lokalpolitik und bei Institutionen wie Vereinen von Bürgermeister Laurent Mies die Bürgermedaille der Marktgemeinde Oberstdorf en tgegennehmen.

Ein üppig besetzter Lorbeerkranz wurde bei der Medaillen-Übergabe dem Mann geflochten, der zwischen 1984 und 2008 stets als Zweiter oder Dritter Bürgermeister die Geschicke der Wintersport- und Tourismus-Hochburg mitgelenkt hatte (wir berichteten). Eigentlich unternahm Vogler schon 1966 erste Gehversuche in der Kommunalpolitik, scheiterte damals aber noch als Kandidat der Freien Wähler.

Da hatte er sich als Zugführer der Feuerwehr, in der Pfarrgemeinde, in der Kolpingfamilie und in anderen Vereinen bereits einen Namen gemacht.

Heimatmuseum ist ihm eine Herzensangelegenheit

Das Heimatmuseum ist Vogler eine Herzensangelegenheit. Als sein Entschluss feststand, sich aus der Politik zurückzuziehen, übernahm er den Museumsverein als Vorsitzender. Zur Feierstunde wurde ein Wunsch von Vogler verraten: Das Museum sollte doch an seinem jetzigen beengten Standort durch Zukauf eines Grundstücks erweitert werden können. Bürgermeister Mies versprach, sich dafür einzusetzen.

Die eigentliche Laudatio auf den Altgedienten hielt FW-Ratsmitglied Martin Rees. Er verglich Vogler mit der Märchenfigur des «tapferen Schneiderleins» und entdeckte Parallelen wie Gegensätze. Immerhin «sieben auf einen Streich» habe auch Albert Vogler geschafft: bei seinen sieben großen Ehrenämtern, bei denen die Fürsorge für Menschen stets im Mittelpunkt gestanden seien.

Große Worte wollte der Geehrte nicht machen. Der im katholischen Glauben verwurzelte und auch in der Ortspolitik stets um Ausgleich bemühte Mann machte klar, dass es ihm bei allen Reibereien der politischen Lager stets um den fairen Kompromiss gegangen sei. Oberste Maxime dabei: «Allgemeinwohl muss vor Eigennutz gehen».

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