Verkehr
Viele Fragen zu Umgehungsplänen in Pforzen

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Viele Zuhörer konnte Bürgermeister Hermann Heiß bei der jüngsten Sitzung des Pforzener Gemeinderates begrüßen. Wer von ihnen allerdings auf einen Gemeinderatsbeschluss zugunsten einer der drei Umgehungsstraßen-Varianten für den Ort gehofft hatte, wurde enttäuscht. Zwar rückt dieses eindeutige Votum in greifbare Nähe, noch aber gehen die Präferenzen der Gemeinderäte ziemlich auseinander – wenn sie denn überhaupt schon eine klare persönliche Vorstellung von einer für sie akzeptablen Lösung haben.

In die engere Wahl kommen offensichtlich nur zwei Varianten, die Nordumfahrung und Variante II, die zwischen Pforzen und Leinau hindurchführen soll. Diese – allerdings auch als 'Ortstrennungsstraße' verrufene Option – sei schneller und leichter zu realisieren, war zu hören. Außerdem werde sich in diesem Fall wohl auch die Stadt Kaufbeuren an den Kosten beteiligen.

Diese Einschätzung rief starken Widerspruch derjenigen hervor, die klar die Nordumfahrung favorisieren. Da wurde erneut die Gefahr der Trennung des Kernortes vom Ortsteil Leinau heraufbeschworen, außerdem enge man sich mit dieser Lösung in der zukünftigen Ortsentwicklung ein. Diese sei dann nur noch nach Norden möglich.

Zu hören war auch, dass eine kurz- oder mittelfristige Lösung nichts bringe, Straßenbau müsse langfristig angelegt sein. Das aber sei im 'Fall Pforzen' nur möglich über die Aufnahme des Vorhabens als 'Verbindung von zwei Bundesstraßen' in den Bundesverkehrswegeplan, was zudem den Vorteil habe, dass die Bauträgerschaft definitiv beim Bund läge.

Zusätzlichen Zündstoff erhalten die Pforzener Umgehungspläne durch Kaufbeurer Pläne für einen Neugablonzer Bahnhalt und den großzügig dimensionierten Neubau der Josefsthaler Brücke. In diesen Fragen muss die Stadt die Gemeinde Pforzen beteiligen, wobei man sich aber nicht unter Druck setzen lassen will. 'Lieber eine schlechtere Lösung in drei bis fünf Jahren als die bessere auch in 15 Jahren nicht', war eine weitere Meinung.

Wichtig sei, so war mehrfach zu hören, dass man nun wirklich zügig zu einer gemeinsamen Entscheidung kommt, auf deren Basis weiter gearbeitet werden kann. Für die Gemeinde sei letztlich wichtig, dass eine Umgehung kommt, die Pforzen entlastet.

Bürgermeister Heiß will bei Stadt und Landkreis umgehend weitere Informationen als Entscheidungsgrundlage zu folgenden Fragen einholen: Wo wird gebaut? Wer baut? Wer bezahlt? Antworten erhofft sich Heiß innerhalb der nächsten eineinhalb Monate. Altbürgermeister Maximilian Haug, der die Diskussion als Zuhörer verfolgte, regte an, die Bürger in einer separaten Veranstaltung in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. 'Alle Varianten sind schaffbar', so Bürgermeister Hermann Heiß, 'keine davon ist aber leicht.'

Folgende Beschlüsse gab es: Die bereits ad acta gelegte Fotovoltaikanlage für das Dach der Grundschule wird wegen der geänderten Gesetzeslage wieder aufgegriffen. Ein örtliches Unternehmen erhält den Zuschlag für die Installation.

Zwei Bauanträge (Außentreppe an der Bäckerei Stöckle, Dachgeschossausbau im Pfarrhof Ingenried) wurden genehmigt. Das '70er'-Denkmal erhält einen neuen Sockel. Die Gemeinde beteiligt sich am Landkreiswettbewerb in Sachen Friedhofsgestaltung, obwohl der Termin dafür ärgerlich kurz gesetzt sei.

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