Kaltental
Viele Anfragen für Photovoltaikanlagen

Mit vielen Zuhörern startete der Gemeinderat Kaltental bei seiner jüngsten Sitzung ins neue Jahr. Zudem hatte Bürgermeister Manfred Hauser Gudrun Hummel vom Landratsamt in Marktoberdorf eingeladen, die über die Ausweisung von Grund für Freiflächenphotovoltaikanlagen referierte. Die Gemeinde hat bereits mehrere Anträge von Grundstückseigentümern erhalten, die ihr Land verschiedenen Firmen zur Verfügung stellen wollen, und muss nun entscheiden, ob und in welcher Größenordnung sie diese genehmigen möchte.

Da die Gemeinderäte auf diesem Gebiet laut Bürgermeister Hauser völliges Neuland betreten, erklärte Hummel die Voraussetzungen und Richtlinien zum Thema Photovoltaik. So habe die Gemeinde grundsätzlich das alleinige Entscheidungsrecht, ob sie Flächen für die Anlagen zulasse. Dafür müssten allerdings ein Bebauungsplan erstellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. Für die Ansiedlung gelte zu beachten, dass die Module «nicht einfach irgendwo in die Pampa gesetzt werden können», um die Landschaft nicht zu zersiedeln, so Hummel. Außerdem müsse die gewählte Fläche bereits seit drei Jahren Ackerland sein und vom Landwirtschaftsamt nicht als besonders qualitatives Land eingestuft werden.

Landschaftsbild nicht zerstören

Zudem sollten die Anlagen eher in Senken oder zumindest eben stehen, um den Menschen nicht gleich ins Auge zu springen, da das Landschaftsbild nicht zerstört werden dürfe. Am geeignetsten bezeichnete Gudrun Hummel ehemalige Kiesgruben, Deponien oder ausgesiedelte Gewerbeflächen.

Besonders wichtig für die Gemeinde sei aber, bei einer Befürwortung mit den Investoren Rückbauverträge und Sicherheitsleistungen abzuschließen, da die Module nach einer bestimmten Laufzeit unbrauchbar würden. Schließlich brauche die Gemeinde die Gewähr, dass die Module nach deren Ablauf entsorgt werden. Ebenfalls in der Pflicht des Investors lägen die Ausgleichs- und Begrünungsmaßnahmen, die es zu treffen gelte. Somit entstünden bei der richtigen Vorgehensweise keine Kosten für die Gemeinde, aber es gelte auch, nach dem Nutzen zu fragen.

Darüber wolle auch die Gemeinde erst in Ruhe nachdenken, wie Bürgermeister Hauser erklärte, denn: «Wir wollen nicht eine Entscheidung treffen, um einem Bürger den Geldbeutel zu füllen, es sollte auch ein Nutzen für die Gemeinde entstehen.» Zweiter Bürgermeister Berthold Ammersinn warnte, «durch eine Zusage eine Lawine loszutreten und dann einen Rückzieher machen zu müssen», weil die Gemeinde mit Anträgen regelrecht überschwemmt würde.

Überhaupt waren sich die Räte einig, gründlich über die vielen Fragen nachdenken zu wollen, bevor eine Entscheidung getroffen werden könne.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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