Leutkirch-Urlau
Viel Zustimmung für Center-Parcs-Pläne

Was bringt die Ansiedlung des europaweit tätigen Touristik-Unternehmens Center Parcs (CP) im Urlauer Tann? Welche Auswirkungen haben diese 800 Ferienhäuschen mit einer Million Übernachtungen/Jahr auf 150 Hektar baden-württembergischer und gut 30 Hektar bayerischer Flur? Mit diesen Fragen setzten sich 350 Menschen in der Dorfhalle in Urlau bei Leutkirch auseinander.

CP-Entwicklungsmanager Jan Janssen punktete in der Veranstaltung. Nach zweistündiger Diskussionsrunde gab es am Ende viel Beifall für Janssen, aber auch für Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. Eine Frau im mittleren Alter dankte ihm unter starkem Applaus, dass diesmal das Prozedere «entspannter und offener» ablaufe als zuvor beim Ansiedlungsbegehren einer Großsägerei an gleicher Stelle.

Henle appellierte an die Bevölkerung, beim Bürgerentscheid am kommenden Sonntag ein Votum für das CP-Projekt abzugeben. «Machen Sie bei diesem Entscheid mit, nur so können wir gute Nachbarn werden», sagte Janssen.

Henle erwähnte eingangs die 800 direkten und 400 indirekten Arbeitsplätze, die das Touristikunternehmen in Aussicht gestellt habe. Leutkirch mit einer überdurchschnittlichen Zahl an Auspendlern müsse Interesse daran haben. Der Oberbürgermeister räumte ein Mehr an Verkehrsbelastungen - von Bürgern mehrfach angesprochen - ein. Jedoch komme man besser weg als mit dem Schwerlastverkehr der zunächst geplanten Großsägerei, so der Rathauschef.

Er verwies auf die «günstige Anbindung» an die A 96. Auch erhoffe man sich Entlastung durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke Ulm-Zürich. Im Übrigen habe CP die Räumung der Altlasten des ehemaligen Munitionsdepots versprochen, und der Urlauer Tann könne dann nie mehr für problematische Zwecke wie Mülldeponien genutzt werden. Entgegen den Vermutungen von Bürgern reiche schon jetzt die Kläranlage für die CP-Anbindung aus.

Auch gebe es mehrere nutzbare Brunnen für den erhöhten Wasserverbrauch. Janssen bestätigte auf Anfrage, dass sein Unternehmen einen großen Teil des Energiebedarfs über Biomasse in Zusammenarbeit mit Landwirten decken wolle.

Darüber hinaus würden beim Bau und Betrieb der Anlage regionale Produkte «stark bevorzugt». Vorzugskonditionen gebe es auch für die Bürger der Anrainer Leutkirch und Altusried fürs Benutzen des Tropen-Pflanzenbades oder anderer CP-Aktiveinrichtungen.

«Kann man heutzutage überhaupt noch ein 285-Millionen-Euro-Projekt stemmen?», fragte ein älterer Bürger. «Seit Beginn der Wirtschaftskrise ist unsere Gästezahl um drei Prozent gestiegen», antwortete Janssen.

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