Allgäu
Viel Wirbel um die weißen Räder

Verschandeln Windräder das Allgäuer Landschaftsbild oder sind sie ein sinnvoller Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft? Diese Frage wird im Allgäu immer wieder heiß diskutiert, sobald ein möglicher Bau der weißen Riesen ins Gespräch kommt. Im Moment ist das vor allem in Buchenberg (Oberallgäu) der Fall. Dort hat sich eine GmbH gegründet, die drei Windräder betreiben will.

Über 40 weiße Spargel stehen derzeit im Allgäu. Und nicht selten stieß der Bau der Windräder auf Widerstand. Ziemlich heftig fiel dieser in Altusried (Oberallgäu) aus, erinnert sich Bürgermeister Heribert Kammel. Es gründete sich eine Bürgerinitiative mit über 80 Mitgliedern gegen die geplanten Anlagen, es fanden aus Protest Fackelwanderungen statt und es kam zu einem Gerichtsverfahren.

«Es war eine starke Belastung für das ganze Dorf», sagt auch Anlieger Klaus Hagspihl. Er hat damals mit versucht, die Anlagen zu verhindern. Gerne sieht er die weißen Windräder auch heute nicht. «Daran gewöhnen werde ich mich nicht. Aber ich kann damit leben, weil ich weiß, dass die drei Anlagen ein Kompromiss sind und mehr nicht drin war», so Hagspihl. Und fügt hinzu: «Ich bin froh, dass wieder Ruhe im Ort eingekehrt ist.»

Anwohner klagen über Lärm

Auch im Unterallgäuer Ollarzried, einem Ortsteil von Ottobeuren, prägen seit ein paar Jahren fünf Windräder das Landschaftsbild mit. «Akzeptanz haben sie bei manchen Bürgern nie gefunden, aber sie werden inzwischen toleriert», sagt Alois Spöttle, Leiter des Ottobeurer Bauamts. Diesen Eindruck hat auch Hans Boxler vom Verein Ollarzried-Aktiv. «Man hat sich irgendwo damit abgefunden, nur die, die in der Nähe der Anlagen wohnen, jammern ein bisschen über den Lärm», sagt Boxler.

Günther Eberlein dagegen, der etwa drei Kilometer entfernt von den Ollarzrieder Anlagen wohnt, hat sich nicht an die weißen Riesen gewöhnt: «Ich denke mir jeden Tag: Wo ist meine schöne Allgäuer Landschaft?»

Eine der ältesten Anlagen in der Region ist das Windrad in Wiggensbach/Schmidsreute (Oberallgäu). Bis zur ersten Anliegerin sind es gerade einmal 220 Meter. «Das ist viel zu nah», sagt Bürgermeister Heribert Guggenmos. Heute würde er die Anlage nicht mehr dorthin bauen lassen. Er selbst habe den Bau damals befürwortet und bis auf ein paar einzelne Stimmen habe es kaum Widerstand gegeben. «Im Gemeinderat wurde es mit großer Mehrheit beschlossen.»

Breite Unterstützung fand auch der Bau von insgesamt fünf Windrädern in Wildpoldsried (Oberallgäu). Auch sonst setzt der Ort auf erneuerbare Energien. Für Bürgermeister Arno Zengerle auch ein Grund, warum die Windräder im Ort kaum auf Widerstand treffen. «Wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, fallen viele Vorurteile», sagt er.

Am 16. September muss nun der Gemeinderat Buchenberg über die Windrad-Frage entscheiden. Derzeit gebe es schon 40 Bürger, die sich an der Windanlage beteiligen wollen, sagt Planer Wendelin Einsiedler. Die Gegner der Anlage dagegen haben rund 3500 Unterschriften gegen das Windrad gesammelt.

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