Buchloe
Viel Rauch um den Qualm

In seiner Lieblingskneipe am Tresen sitzen, gemütlich ein Bier trinken und dazu eine rauchen. Seit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes am 1. Januar 2008 war dies in Bayern nur noch in seltenen Ausnahmen möglich. Nämlich dann, wenn sich der Wirt der Kneipe entschloss, sein Lokal in einen so gennanten Raucherclub umzugestalten. So wie etwa Franz Groth, Besitzer der Buchloer Pilsbar Zum Franz.

Mit der Zahlung eines einmaligen Mitgliedsbeitrages in Höhe von fünf Euro konnte hier trotz des Rauchverbotes in bayerischen Gaststätten munter und ganz legal weiter gepafft werden. Ab dem 1. August ist nun jedoch wieder alles anders. Raucherclubs sind in Bayern dann verboten, dafür ist der Glimmstängel in kleineren Kneipen, Festzelten und Nebenräumen größerer Gaststätten wieder erlaubt.

In der Pilsbar Zum Franz ändert sich jedoch nichts. «Es wird nach wie vor geraucht», verrät Groth. Denn: Mit einer Fläche von 55 Quadratmeter liegt die Kneipe unter der vom Gesetzgeber vorgegebenen Richtlinie (siehe Infokasten). Dem Wirt ist es somit freigestellt, ob in seinen vier Wänden künftig gequalmt wird oder nicht. «Ich habe meine Gäste gefragt und die Mehrzahl hat sich für ein Raucherlokal ausgesprochen», verrät Groth.

Und das, obwohl unter den 250 «Club-Mitgliedern» auch rund 120 Nichtraucher seien. Die Lockerung des Rauchverbotes begrüßt er: «Hätte man das von Anfang an so gelöst, wäre vielen Wirten einiges an Kosten und Ärger erspart geblieben.»

Weiterhin striktes Rauchverbot

Wesentlich kritischer bewertet Rolf Wörndl, Inhaber der «Eichel», den Schulterschluss von CSU und FDP im Landtag. Zwar räumt ihm der Gesetzgeber ein, in seinem Gasthaus einen separaten Raucherraum einzurichten, von dieser Möglichkeit will Wörndl jedoch keinen Gebrauch machen. «Ich sehen keinen Änderungsbedarf, daher bleibt bei uns alles wie es war.» Sprich: Es gilt ein striktes Rauchverbot. «Grundsätzlich ist für mich die Lockerung des Gesetzes auch überhaupt nicht nachvollziehbar», erzählt der Wirt weiter.

Die meisten Raucher hätten sich an die Lage bereits gewohnt. «Nun haben wir wieder ein halbes Gesetz mit vielen Auflagen. Da hätte man es lieber gleich so gelassen wie bisher», so der Wirt.

Weniger entschlossen zeigt sich hingegen Francisco Lorenzo, Inhaber des Cafe Morizz. Er habe sich bisher noch gar keine konkreten Gedanken gemacht, wie es in seinem Betrieb nach dem 1. August gehalten wird, erzählt der Gastronom: «Eventuell gibt es einen Raucherraum, aber das muss ich mir noch überlegen.» Davor wolle er seine Gäste befragen. «Auch, wenn es wahrscheinlich alles andere als leicht werden wird, einen Kompromiss zum Thema Raucherraum zu finden. Die Raucher hätten gerne einen, die Nichtraucher wollen unter keinen Umständen keinen», meint Lorenzo.

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