Sonthofen
Viel Platz fürs Schulleben

Vorsichtig schabt Larissa mit dem rosa Rasierer über den weißen Luftballon. Philip hat ihn vorher so richtig dick mit Rasier-schaum eingeschmiert. Am Ende ist der Ballon fast «kahl» - und heil! Das Team kassiert 16 Punkte und später - mit ein bisschen Glück - eine Wasserspritzpistole. Der achtteilige Spielezirkel im Pausenhof ist einer der Fest-Programmpunkte zum 50-jährigen Bestehen der Grundschule Sonthofen-Mitte. Genauer gesagt: Vor einem halben Jahrhundert wurde das Schulgebäude eingeweiht. Erst elf Jahre später zogen Erst- bis Viertklässler ein. Zuvor hatte dort die Evangelische Bekenntnisschule ihr Domizil.

Bevor das Bauwerk an der Berghofer Straße stand, hatten die Schüler der damaligen Marktgemeinde Sonthofen ein wechselvolles Schulleben hinter sich, das durch Provisorien und Umzüge geprägt war. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren noch alle 917 Sonthofer Schulkinder im Schulhaus an der Marktstraße untergebracht. 20 Klassen teilten sich zehn Räume; der Unterricht fand im Schichtbetrieb statt. Prekär war die Lage mit der Stationierung der Bundeswehr und durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlingsfamilien geworden.

Klassen waren einst riesengroß

Die Schulkinder wurden im Stadtgebiet verteilt: Sie lernten im Feuerwehrhaus, in einem provisorischen Schulhaus an der Schützenstraße (jetzt Kindergarten Süd), in einer Lagerschule in der Jägerkaserne und im Gebäude des alten Bahnhofs. Zusätzlich gab es Schulen in Berghofen, Imberg und Altstädten.

Die Klassen waren groß, erinnert sich Adolf Lipp (82). Er leitete von 1966 bis 1988 als Rektor die Grundschule Mitte. Teilweise galt es, mehr als 50 Kinder zu unterrichten. Wenn ein Lehrer mal krank war, durfte der Kollege die «verwaisten» Kinder gleich mitbetreuen. Die «mobile Reserve heute», so Lipp, sei «ein sehr großer Segen». Damit meint er, dass in Krankheitsfällen auf Vertretungslehrer zurückgegriffen werden kann.

Die wahrlich abwechslungsreiche Geschichte ihrer Grundschule hatten beim jetzigen Festakt in der Turnhalle einige Schüler in einer pfiffigen «Reise durch die Zeit» festgehalten. Schulleiterin Andrea Fuhrmann freut sich jedenfalls heute über die in den 50er-Jahren übliche großzügige Bauweise. «Da ist sehr viel Platz, wo sehr viel Schulleben stattfinden kann», sagt sie. So eignen sich die langen und breiten Flure gut für Bewegungspausen während des Unterrichts.

Zum Jubiläum sind die «Wandelhallen» wie geschaffen für die Zeitgeschichte-Ausstellung im Erdgeschoss und die «Wald-und-Wiesen-Spiele» in den Stockwerken oben.

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