Dietmannsried
Viel Glimmer, Glanz und pikante Dorfgeschichten

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Was passiert mit dem Dietmannsrieder Fasching, wenn einige Zugpferde wie Heinz Vetter nicht mehr ins Rampenlicht der Öffentlichkeit wollen? Um es vorweg zu sagen: Die Faschingsgesellschaft (FGD) verfügt über einen viel zu großen Fundus an Ideen und Persönlichkeiten, als dass sie aus der Premiumklasse begehrter Narrensitzungen verdrängt werden könnte.

Genau dies entsprach wohl dem Gefühl der 1500 Narren, die bei den ersten drei Sitzungen viel Urig-Herzhaftes, aber auch Elegant-Glamouröses lautstark honorierten. Nach dem Eröffnungslied präsentierte sich die glitzernde Heerschar des Hofstaates - Prinzessin Bernadett I. und Prinz Jürgen II. stimmten auf das Vier-Stunden-Programm ein.

Als einer der ersten trat Vetter-Nachfolger Stephan Blind unters Narrenvolk. Locker vom Hocker schüttelte er die Knaller aus dem Ärmel raus: Wenn Angela Merkel angeblich die «Perle der Uckermark» sei, so Blind, wie würden dann erst die anderen «dort droben» aussehen? Oder: «Wir brauchen ein Rettungsprogramm für die Roten. Sonst gibt es in 15 Jahren Braunbären in unseren Wäldern, aber keine SPD mehr.

» Natürlich geriet auch der örtliche Bürgermeister ins Visier. Man sei mit ihm schon recht zufrieden, schmunzelte Blind. Vielleicht könne man sich schon gar nicht mehr erinnern, was der Vorgänger getan habe.

Rasch die Besucher-Herzen eroberten die Pinocchio-Kinder, die mit flotter Bewegung und Kleidung gefielen. Ähnliches gelang auch den Mädels der Jugend- und Prinzengarde. Außergewöhnliches bot schließlich der FGD-Showtanz: Wild um sich schießende «Ganoven» schmückten sich mit goldfarben gewandeten Tänzerinnen der «Highsociety». Show war auch bei den «Junior-Chaoten» angesagt. Sie schienen bei ihrer Turnstunde rotationsfreudige Beine zu haben.

Überschäumende spanische Lebensfreude mit farbenprächtigen Kleidern wurde präsentiert - dazu gabs musikalische Auftritte von Rolf Besler (Gitarre) und Anita Gröger-Bircheneder als Frontsängerin. Beide mimten auch «Engelchen und Bengelchen» in der Spötter-Rolle. Da wurde die «mehrfach unterbrochene Rollbahn auf dem Kemptener Rathausplatz» ganz schön durch den Kakao gezogen.

Kein gutes Haar ließ der FGD-Chor an «holländischer Invasion» an der westlichen Gemarkung von Frauenzell. In drastischen Worten (Andreas Wahl) wurde die «Besetzung des Allgäus» prophezeit - wenn erst mal der Meeresspiegel steige. «Center Parcs» sei nur die Vorhut, hieß es. In die Spötter-Garde reihte sich auch Stephan Sörgel ein - er nahm die «Geistesblitze» von Sängern und Liedschreibern aufs Korn.

Drei ganz «Hagebuchene» waren es, die für wahre Lachsalven sorgten: «Gmoindspostbote» Stephan Fackler berichtete über pikante Dorf-Ereignisse: Im Moos, wo Panik vor harmlosen Tieren letztlich einen zwölfköpfigen Polizei-Einsatz verursachte. Weiter im E-Mercedes, wo ein tot geglaubter Rehbock den Probefahrt-Wagen schrottete. Und wenn der «Allgäuer Wanderbursch» Kubo Mayr die «Kompatibilität zwischen Mann und Frau» erklärt und der «Allgäuer Baur» Helmut Demeter im urwüchsigsten Dialekt seine Witz-Raketen steigen lässt - dann tobt die Menge. (mr)

Info: Für die restlichen Narrensitzungen am 11./12./13.und 15. Februar sind noch Karten erhältlich. Telefon 08374 - 9525 täglich zwischen 18 und 21 Uhr.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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