Pfronten
Vieh ist gesund zurück im Tal

Als das größte Volksspektakel in der Gemeinde kann wohl der jährliche Viehscheid angesehen werden. Rund 450 Stück Fremdvieh wurden auf dem großen Scheidplatz ihren Besitzern aus dem Umland zurückgegeben. Und mindestens zehnmal so viele Zuschauer säumten die Pfrontener Straßen, als das Vieh vom Achtal und vom Vilstal zum Scheidplatz bei den Pfrontener Schulen getrieben wurde.

Von insgesamt sechs Hauptalpen wurden die Schumpen und Kälber ins Tal gebracht. Am Vilstal liegen die Schönkahler-Alpe, die Alpe Edelsberg und die Alpe Kalbelehof, und aus dem Achtal kommen die Tiere der Bärenmoosalpe, der Seealpe und vom Breitenberg. Bis auf rund 1900 Meter konnte das Vieh den Sommer über die Bergwiesen beweiden.

Die Hirten waren mit dem Sommer zufrieden, erst wars gut feucht, so ist das Gras gut gewachsen. Und dann kam ein warmer Sommer. Sechs Hauptälpler, zum Teil mit Frau und Kindern als Kleinhirten, haben die zum Rechtlerverband Pfronten gehörenden 600 Hektar bewirtschaftet, so Vorsitzender Bernd Mayer.

«Wir brauchen eine funktionierende Berg-Landwirtschaft, sonst stehen wir irgendwann auf dem Breitenberg im Wald, wenn die Flächen nicht mehr beweidet werden können». Auch Bürgermeister Beppo Zeislmeier erklärte den vielen Hundert Besuchern im vollen Festzelt, dass nur durch ein Miteinander von Verbrauchern und Erzeugern die bäuerlichen Betriebe existenzfähig bleiben können.

Das steckt hinter dem folkloristischen Erlebnis Viehscheid, das auch heuer wieder - und nicht nur in Pfronten - viele Gäste begeisterte. Wie Marliese Henn aus Mannheim. Sie kommt seit vielen Jahren zum Herbsturlaub, schmückt ihre Bauernküche mit Enzian und Edelweiß und liebt das Allgäu so, dass auch ihre Buben Lederhosen tragen.

Alphornklänge umrahmten am Nachmittag die Ehrung der Hirten. Große Schellen, den Viehscheid-Maßkrug und ein Geschenkumschlag übergeben vom Bürgermeister waren die Dankesgaben des Rechtlerverbandes und der Gemeinde für die geleistete Arbeit der Älpler. Auch das Publikum belohnte sie mit viel Applaus.

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