Musik
VHS-Kammerorchester und Big-Band geben ansprechende Freiluft-Konzerte auf dem Spitalhof Kaufbeuren

2Bilder

Mit einer dramaturgisch gelungenen Mischung aus 'Ausgrabungen' und sehr populären klassischen Stücken präsentierte sich das Kammerorchester der Kaufbeurer Volkshochschule erstmals unter seinem neuen Dirigenten Daniel Herrmann. Das Wetter spielte mit, sodass das Konzert wie geplant unter freiem Himmel auf dem Spitalhof und vor gut besetzten Stuhlreihen gegeben werden konnte.

Den Anfang machte Musik eines gebürtigen Kaufbeurers: der Eröffnungssatz aus der Bismarck gewidmeten C-Dur-Sinfonie von Hermann Hutter (1848 bis 1926). Das Stück steht in der Tradition der Nach-Wagner-Ära und lässt viele Einflüsse von Komponisten wie Engelbert Humperdinck erkennen.

Eine letzte künstlerische Reife fehlt dem Opus allerdings, was wohl ein Grund für dessen überschaubare Aufführungszahlen sein dürfte. Für Amateur-Sinfonieorchester ist es jedoch ein dankbares Stück.

Allerdings sollte bei weiteren Aufführungen ein größerer Streicherapparat vorhanden sein, um eine bessere klangliche Balance mit den Bläsern zu erreichen. Die Streicher des vhs-Kammerorchesters glichen dieses leichte Manko aus, indem sie zumeist mit großem Ton spielten.

Zwei der berühmten 'Ungarischen Tänze' von Johannes Brahms erklangen vor der Pause. Im eher bedächtigen Tanz Nr. 6 wären durchaus noch größere Tempokontraste denkbar gewesen. Unbeschwert und spritzig kam dagegen der Tanz Nr. 5 über die Rampe – eine der populärsten klassischen Melodien überhaupt.

Solist Georg Hiemer überzeugt

Böhmische Klänge präsentierte das Orchester zum Auftakt der zweiten Konzerthälfte. Mit dem Es-Dur-Konzert für Trompete und Streicher von Jan Krtitel Jiri (Johann Baptist Georg) Neruda (1707 bis 1780) erklang eines der berühmtesten Werke seiner Art aus der Vorklassik.

Solist Georg Hiemer blies mit weichem Ton, zeigte überaus ansprechendes Legatospiel und makellose Triller. Das Zusammenspiel mit dem Streichorchester gestaltete sich dynamisch ausgewogen und entspannt, vor allem im langsamen zweiten Satz.

Wenn bei der Aufführung einer der berühmtesten Kompositionen von Georg Friedrich Händel einmal nichtmusikalische Begleitgeräusche zu vernehmen sind, dann handelt es sind zumeist um Leuchtraketen, die zur 'Feuerwerksmusik' abgeschossen werden.

In Kaufbeuren war dies nicht vorgesehen, dafür schlugen die Glocken von St. Martin an nicht ganz passender Stelle, nämlich während einer Piano-Passage des Orchesters. Daniel Herrmann hatte die vollständige fünfsätzige Suite von Händel ins Programm genommen und dabei vor allem im schnellen Abschnitt der Ouvertüre das Orchester nahe an seine Leistungsgrenze geführt.

In den federnd-leichten Menuetten und im abschließenden 'Freudenfest' konnten die Musiker dafür umso unbeschwerter aufspielen, was vom Publikum dann auch mit lang anhaltendem Applaus quittiert wurde.

Am Tag darauf zeigte ein zweiter Klangkörper der Volkshochschule sein Können: die Jazz-Big-Band unter der Leitung von Tiny Schmauch. Auch dieser Gruppe war so gutes Wetter beschieden, dass sie ihr ansprechendes Programm unter freiem Himmel zu Gehör bringen konnte.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen