Verkehr
Verwirrende Ampelschaltungen in Kempten: Was ist Ihre Meinung?

Jeder sieht an einer anderen Stelle in Kempten rot. Es kommt ganz darauf an, ob man Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger ist. Und natürlich, aus welcher Richtung man auf eine der 86 Kreuzungen mit Ampeln trifft. Jeder hofft auf eine 'Grüne Welle' und ärgert sich, wenn er durch 'Rot' ausgebremst wird.

Zur Zeit haben viele Autofahrer den Eindruck, dass die Ampelschaltungen in der ganzen Stadt verändert wurden – und liegen richtig. Ursache sind nicht etwa Optimierungsversuche der Stadtverwaltung, sondern ein Defekt in der zentralen Ampelsteuerung. Das Kuriose an der Sache: Gefühlt hat sich die Situation in den vergangenen Tagen für manche Autofahrer verschlechtert, für andere sogar verbessert.

Das aktuelle Problem: Die Steuerung des zentralen Verkehrsrechners, der sämtliche Ampeln in der Stadt schaltet, ist vergangene Woche ausgefallen. Mehrere Ampeln waren kurzzeitig 'tot'. Das System stamme von 1999 und sei in die Jahre gekommen, sagt Verkehrsamtsleiter Markus Wiedemann. Nach dem Ausfall habe man es teilweise handgestrickt wieder zum Laufen gebracht. Auf Elektronikersatzteile warte man aber noch.

Der Verkehrsrechner müsse irgendwann erneuert werden, meint Wiedemann, dies koste aber eine Menge Geld. Das Prinzip 'Grüne Welle': Die 'Grüne Welle' soll Autofahrern ermöglichen, an vielen Ampeln ohne Stopp vorbeizufahren – sofern sie die Tempovorgaben beachten. In Kempten gibt es vier offizielle 'Grüne Wellen'. Die Steuerungsmethoden: Ohne dass dies die Verkehrsteilnehmer merken, sind die Ampeln morgens anders geschaltet als untertags. Zugunsten der Berufspendler gibt es bis 8.30 Uhr längere Grünphasen stadteinwärts. Alternativ zu den Zeitsteuerungen finden sich an immer mehr Kreuzungen sogenannte Induktionsschleifen im Asphalt, die abhängig vom Verkehrsaufkommen Ampelphasen ändern.

Problem Nummer Eins: Induktionsschleifen eingebaut wurden beispielsweise im Zuge der Kreuzungssanierung an der Illerbrücke (Füssener/Kaufbeurer Straße). Je nachdem, wie viele Pkw aus diesen beiden Straßen in die Innenstadt fahren, wird die Ampelschaltung automatisch angepasst, erklärt der zuständige Verkehrssachbearbeiter Andreas Rimmel. Autofahrer seien offenbar sehr zufrieden mit der neuen Regelung. Der Haken: Für Fußgänger und Radfahrer gibt es generell nur noch 'Grün', wenn sie einen Knopf an der Ampel drücken. Sie müssen dadurch etwas länger warten – 'und beschweren sich'.

Problem Nummer Zwei: Wo Induktionsschleifen in eine 'Grüne Welle' integriert werden, kann diese generell durch die spontanen Änderungen schnell ins Stocken geraten. Nach wie vor viel diskutiertes Beispiel ist die Kaufbeurer Straße. An den Ampeln wird oft aus 'Grün' 'Rot', wenn viele Pkw von der Autobahn einbiegen wollen.

Laut Wiedemann gilt es dort, einen Rückstau auf die Autobahn zu verhindern. Im kommenden Jahr stehen die Verkehrslenker in diesem Bereich vor einer zusätzlichen Herausforderung: Die neue Nordspange wird zusätzlichen Verkehr auf die Kaufbeurer Straße leiten, die bei der Ampelschaltung laut Wiedemann aber weiter Vorrang haben soll.

Problem Nummer Drei: Auf dem Ring begegnen sich die 'Grünen Wellen'. Aufgrund unterschiedlich langer Wegstrecken sowie unterschiedlich vieler Ampeln auf der Ost- und der West-Schleife ist es mit der freien Fahrt an mehreren Stellen vorbei. Rimmel bezeichnet die Ecke Adenauerring/Rottachstraße als 'magische Kreuzung', an der es in alle Richtungen ausbeißen kann. Daneben hakt es auf dem Schumacherring Richtung Süden an der Abzweigung Kotterner Straße und Richtung Norden an der Leonhardstraße in Höhe Wertstoffhof.

Wer hat Vorschläge für Verbesserungen? Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, hat auch viele Erfahrungen mit

Ampeln. Die meisten Schaltungen sind nach vollziehbar, bei anderen denkt man sich: Das wäre anders viel besser. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge.

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