Wirtschaftsschule
Vertreter der Wirtschaftsschulen aus ganz Bayern diskutieren über nötige Veränderungen

Die Schülerzahlen sind rückläufig, dafür steigen die Leistungsanforderungen seitens der Wirtschaft: An Herausforderungen mangelt es den Wirtschaftsschulen nicht. Dies machte der zwölfte «Tag der bayerischen Wirtschaftsschulen» deutlich, der am Samstag in der Staatlichen Wirtschaftsschule in Memmingen stattfand. Vertreter von Schulen aus ganz Bayern tauschten sich bei Vorträgen und in Arbeitskreisen über Probleme und Fachthemen aus.

Markus Anselment, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Memmingen, betonte, dass die Wirtschaftsschule eine «optimale Vorbereitung auf das Berufsleben» biete. Dies sei der Grund für die «gute Akzeptanz» seitens der Betriebe. «Über 90 Prozent der Schüler erhalten nach dem Abschluss einen Ausbildungsplatz. In Memmingen liegt die Quote sogar bei über 95 Prozent.»

Besonders Projektarbeiten und die Übungsfirma hätten sich als Lehrmethoden bewährt. Dies unterstrich Gabriele Holzner, Abteilungsdirektorin der Regierung von Schwaben: Wie die übrigen Redner ging sie auf Veränderungen ein, die eine Weiterentwicklung der Wirtschaftsschule notwendig machten. Ein Faktor sei die demografische Entwicklung. «Auch bei den Schulen im berufsbildenden Bereich verzeichnen wir bereits Schülerrückgänge», so Holzner.

Durch Reformen in den Jahren 2000 bis 2005 sei man jedoch darauf vorbereitet. Als Strategie, mit den Veränderungen umzugehen, werde zudem eine Kooperation zwischen Wirtschaftsschulen und Mittelschulen erprobt, sagte Holzner.

In den wachsenden Anforderungen der Wirtschaft, dem technologischen Wandel, Innovationsdruck und Globalisierung erkannte German Denneborg, Ministerialdirigent im Bayerischen Kultusministerium, weitere Herausforderungen. Um ihnen gerecht zu werden, solle die Wirtschaftsschule die Nischen weiter ausbauen, welche sie von jeher ausgezeichnet hätten.

«Konkrete Gefährdung»

Als Ziele gab Denneborg die Verbesserung der Sprach- und der mathematischen Kompetenz aus. Falls sie sich nach dem Abschluss für eine weiterführende Schule entschieden, müsse den Schülern in den entscheidenden Fächern der Anschluss gelingen.

Von einer konkreten Gefährdung sprach Gustav Huber, Landesvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Privatschulen: «Wenn jetzt keine echten Reformen getätigt werden, wird es die Wirtschaftsschule in wenigen Jahren nicht mehr geben.» Huber zufolge kann sich die Wirtschaftsschule in der Zukunft auszeichnen, indem sie eine Vorreiterrolle bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund übernehme.

Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Finanzministerium, forderte ein verstärktes Augenmerk für informationstechnische Bildung und wies auf die Fächer Text- und Datenverarbeitung hin. Diese sollten erhalten und weiterentwickelt werden, sodass die Schüler später als Mitarbeiter zur «Innovativität ihres Betriebs» beitragen können.

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