Gesundheitswesen
Vertagung der Entscheidung über Zukunft der Kliniken auf Ende Juli

2Bilder

Eigentlich wollte der Verwaltungsrat der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren heute Nachmittag über die weitere Zukunft des Krankenhausverbundes mit seinen Standorten Kaufbeuren, Marktoberdorf, Füssen, Obergünzburg und Buchloe entscheiden.

Doch der Versitzende des Gremiums, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU), und sein Stellvertreter, der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut (Freie Wähler), haben gestern überraschend und ausdrücklich << einvernehmlich >> die Sitzung auf den 27. Juli vertagt. Der Grund: Der beauftragte Unternehmensberater Kienbaum soll noch einmal im Detail durchrechnen, ob nicht eine Lösung zu finden ist, bei der alle fünf Standorte erhalten werden können. Wie berichtet, plädiert Kienbaum eigentlich in der sogenannten B1-Lösung für die Schließung des Krankenhauses Marktoberdorf, um den hochdefizitären Klinikenverbund aus den roten Zahlen zu bringen.

Die jüngste Sitzung am 26. Mai hatte bekanntlich zu Spannungen zwischen Bosse und Fleschhut geführt. Im Vorfeld, so hieß es von Landkreisseite, sei mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden, OB Stefan Bosse, vereinbart gewesen, dass dieses B1-Szenario nicht zur Abstimmung kommen soll. Mit dem Verlassen der Sitzung verhinderten die Ostallgäuer letztlich eine Abstimmung. Die Sitzung wurde vertagt.

Bosse betonte auf Nachfrage der AZ, dass Ideen und Impulse der Sitzung am 26. Mai noch einmal eingearbeitet werden sollen. Bosse sprach über << verschiedene Varianten >> beim möglichen Austausch von Abteilungen zwischen den verschiedenen Krankenhäusern (wie beispielsweise Geriatrie, Endoprothetik oder Wundzentrum), wobei er keine Details nennen wollte.

Nur soviel ließ er heraus: Kienbaum soll auch durchrechnen, ob es Sinn mache, dass eines der Häuser, gemeint ist dabei der Standort Marktoberdorf, künftig rein städtisch betrieben werden könnte. Das sehen aber Bosse und Fleschhut eher als Rückschritt an. Kienbaum habe sich nun Zeit erbeten, um alles seriös durchzurechnen. Deshalb sei die Entscheidung zur Verschiebung nun gefallen.

Bosse machte aber auch deutlich: << Nach wie vor ist das Spektrum eröffnet zwischen einer künftigen Vier- oder Fünfhäusigkeit. >> Wenn eine Lösung mit fünf Standorten bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates nicht mehrheitsfähig sei, könne es sein, dass auch über die Schließung eines Hauses, nämlich Marktoberdorf, abgestimmt wird. Alle genannten Entscheidungen müssen übrigens mit einer Zweidrittelmehrheit verabschiedet werden.

Wobei ihm die Fünfhäusigkeit lieber wäre, wenn sie wirtschaftlich vertretbar (maximal eine Million Euro Gesamtdefizit pro Jahr) wäre.

Bosse betonte, dass es im 18-köpfigen Verwaltungsrat zwei Fraktionen gebe: Jene Gruppe, die stärker das hohe jährliche Defizit zwischen drei und neun Millionen Euro (das sich Stadt und Landkreis teilen müssen) im Auge habe - und die andere Gruppe, für die neben der Wirtschaftlichkeit auch der Erhalt der Standorte dominant ist. Fleschhut machte deutlich, dass für ihn als Landkreisvertreter die Fünfhäusigkeit noch ein Stück weit mehr im Vordergrund stehe. Das Engagement der Firma Kienbaum, mit dem sich beide sehr zufrieden zeigten, endet formal nach der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates. Doch beide Akteure zeigten sich sicher, dass das Unternehmen mit der Umsetzung des dann zu beschließenden Konzeptes beauftragt wird.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen