Lindenberg
Verständigung mit Händen und Füßen

Algerier, Russen, Slowaken, Tschechen, Niederländer, Marokkaner, Deutsche - rund 250 Jugendliche und junge Erwachsene aus Europa, Russland und Nordafrika verbringen gerade eine gemeinsame Woche in der Lindenberger Hauptschule. Veranstalter dieser internationalen Begegnung ist die Solidaritätsjugend (Solijugend) Deuschland. Im Vordergrund des 45. Internationalen Jugendlagers stehen das Miteinander und das Kennenlernen anderer Kuluren. Schon vor sechs Jahren war die Solijugend einmal zu Gast in der Hutstadt.

Während ihrer Zeit im Westallgäu beschäftigen sich die 14- bis 26-Jährigen in Workshops und auf Exkursionen mit Themen wie «Gesellschaftliche Vielfalt», «Friedensbewegung» oder «Fairer Handel». Um Letzteres ging es gestern bei einem Besuch im Lindenberger Weltladen. Margret Stehle, Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe Lindenberg, und Mitglied Marion Drechsel erklärten den etwa 20 jungen Algeriern und Deutschen die Ziele fairen Handels. Die Zuhörer erfuhren dabei etwa, dass es die ersten Weltläden in den USA schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gab. Die französische Übersetzung für die Algerier übernimmt in der gesamten Woche Solveig Bostelmann aus Hamburg. Die 21-jährige Studentin ist für für die Solijugend als Dolmetscherin dabei.

Die zwei Rollkunstläuferinnen Sabine Brandl (16) und Lena Lang (17) aus der Nähe von Rosenheim (Oberbayern) sind das erste Mal beim Jugendlager der Solijugend dabei, das jährlich in einer anderen deutschen Stadt stattfindet. Ihnen gefällt es in Lindenberg. «Es gibt keine Probleme - weder beim Essen, noch beim Schlafen», sagt Lena. Ihre Mahlzeiten bekommen die Lagerteilnehmer vom «Lindenberger Hof» geliefert. Ausstaffiert mit Isomatte, Luftmatratze und Schlafsack sind die Klassenzimmer zur Schlafstätte umfunktioniert. In manchen hausen bis zu 15 Leute gleichzeitig - «organisiertes Chaos», wie eine Teilnehmerin sagt.

Die Verständigung funktioniert laut Betreuer Theo Schrooten ohne Probleme - «notfalls eben mit Händen und Füßen». Der Niederländer aus der Stadt Sittard im Süden des Landes ist zum 28. Mal dabei. In den vergangenen fast drei Jahrzehnten habe sich viel verändert. Die einzelnen Nationen sind Schrooten nach offener geworden. «Jeder spricht mit jedem, das war früher anders.» Er glaubt, dass diese positive Entwicklung mit der Gruppengröße zusammenhängt, die mit den Jahren bewusst verkleinert wurde.

Für die Jugendlagerteilnehmer aus Tschechien steht neben den Ausflügen und Diskussionen auch Training auf dem Programm: im Kunstradfahren. Ein Teil der Sportler bereitet sich in Lindenberg auf die WM-Qualifikation vor, die im Herbst in Portugal stattfindet. Die Jugendlichen sind in der tschechischen Nationalmannschaft beziehungsweise tschechische Jugendmeister verschiedener Disziplinen.

Kunstradfahrer mit dabei

Neben den Tschechen sind auch deutsche und niederländische Kunstradfahrer dabei. Heute kommt eine Gruppe irischer Sportler nachgereist. «Für uns ist es eine Ehre, gemeinsam mit den anderen zu trainerin», sagt die tschechische Trainerin Vera Brinkova. «Wir profitieren alle davon, lernen neue Techniken und Methoden kennen», fügt sie hinzu. Das Jugendlager helfe dabei, Kontakte mit anderen Ländern zu knüpfen und aufrecht zu erhalten» (Schrooten). Ganz im Sinne der Solijugend, die «einen bedeutenden Beitrag gegen Rassismus und für Völkerverständigung» leisten will, wie die stellvertretende Vorsitzende Birgit Kupfer sagt.

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