Energie Anteil des ZAK am Biomassehof wird aufgestockt - Sorgen um die Landnutzung
Versorgung mit Holz soll sicherer werden

Bei der Versorgung der Bürger und seiner eigenen Heizwerke mit Holz will der Abfallverband ZAK mehr Sicherheit. Deshalb stimmte die Verbandsversammlung dem Plan zu, den Anteil am Biomassehof Allgäu zu erhöhen. Weiter ist angedacht, auf speziellen Flächen Hölzer zu pflanzen, die nach fünf, sechs Jahren geerntet werden können.

Anteile für 260000 Euro hatte der ZAK bisher am Biomassehof inne. Die Einlage wird erhöht auf 500000 Euro und damit 20,8 Prozent, erläuterte ZAK-Geschäftsleiter Christian Oberhaus. Ziel sei auch, der GmbH mehr Liquidität zu verschaffen. 2007 bis 2009 habe das Unternehmen Defizite verkraften müssen. «Zwei Jahre positive Konsolidierung waren nötig, jetzt wurde die Wende geschafft», erklärte Oberhaus. Auch Vorsitzender Gebhard Kaiser geht davon aus, dass wieder eine Mehrung erzielt wird. Man strebe eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von vier bis sechs Prozent an.

Dazu will der zweitgrößte Pelletvertreiber Bayerns zunächst den Fuhrpark erweitern. Ein zusätzlicher Laster soll laut Oberhaus am Sägewerk bei Landsberg stationiert werden. Eventuell könne man von dort aus auch die Fühler in den Augsburger Raum ausstrecken. Ausgebaut werde auch der Bereich Hackschnitzel. Für deren Gewinnung sollen so genannte Kurzumtriebsplantagen bepflanzt werden. Nach wenigen Jahren sind die dort gepflanzten Bäume für den Häcksler bestimmt.

Konzerne kaufen Flächen auf

Wie passt dies aber zu Aussagen, dass die Holzversorgung im Allgäu bei weitem ausreiche? Dazu lieferte Forstexperte Hugo Wirthensohn den Hintergrund: Demnach seien bereits Großkonzerne im ganzen Bundesgebiet unterwegs, die sich weitläufige Flächen sicherten um nachwachsende Rohstoffe zu kultivieren.

«RWE will beispielsweise 100000 Hektar in den kommenden Jahren bepflanzen», weiß Wirthensohn. Und die Genehmigungspflicht für derartige Flächen falle bald weg. Die Folge könnten ausgedehnte Maisplantagen sein, wie sei im Unterallgäu bereits entlang vieler Straßen stehen.

Aus Gesprächen mit seinem Mindelheimer Landrats-Kollegen berichtete Gebhard Kaiser, dass auch dort die Entwicklung mit Sorge begleitet werde. Im Unterallgäu heiße es jedenfalls lieber Holz als Mais. «Wenn der ZAK sich da engagiert ist es ein Beispiel dafür, nicht zuzusehen, wie ein paar wenige andere den Markt ändern.»

 

Kein Mangel herrscht im Biomassehof Allgäu an Pellets, wie Bereichsleiter Roland Wintergerst in der Pellet Halle zeigt. Foto: Hermann Ernst

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