Allgäu-Gymnasium
Versicherung bescheinigt Sicherheitsmängel im Chemiesaal - Eltern und Lehrer schlagen Alarm

Steffen Lorenz hofft, dass so etwas nicht noch einmal passiert: An dem Wagen, mit dem der Lehrer die Chemikalien zwischen den beiden Chemiesälen des Allgäu-Gymnasiums transportiert, brach vor einiger Zeit ein durchgerostetes Rad ab.

Zwei Flaschen Chloroform fielen zu Boden - eine zersprang. Noch immer sind die Spuren der Chemikalie auf dem Fußboden zu sehen, verletzt wurde niemand.

Ein Vorfall, der nach Meinung von Fachbetreuer Lorenz zeigt, dass es um die Chemie am Allgäu-Gymnasium nicht gut bestellt ist. Räume, die zu weit auseinanderliegen, unzureichende Sicherheitseinrichtungen, schlecht funktionierende Entlüftungen und in der Folge durchgerostete Lagerungseinrichtungen - das alles listet Lorenz auf.

Und ist damit nicht allein. Denn nach Jahren des «Stillhaltens», wie es Elternbeiratsvorsitzende Kornelia Walter ausdrückt, schlägt das Allgäu-Gymnasium nun Alarm: Eltern, Lehrer und Schulleitung fordern die Stadt auf, bald etwas an der Situation im Chemieunterricht zu ändern: «Zur Sicherheit unserer Kinder und der Lehrer, die dort arbeiten.»

Zum ersten Mal hochgekocht war das Thema am Mittwoch im Schul- und Kulturausschuss. Punkt eins der Tagesordnung hatte einen Bericht des Gemeindeunfallversicherungs-Verbands zum Inhalt, der die Schule im Sommer überprüft hatte. Auf Veranlassung des Gymnasiums, so stellvertretender Schulleiter Gerhard Panzer.

Denn irgendwann müsse man handeln, wenn man nur vertröstet werde. Tatsächlich zeigt der Prüfbericht Mängel auf - zum Beispiel bei der Entlüftung des Säureraums, dem Verlauf eines Fluchtwegs und dem Chemikalientransport. Zur «Gefahrenabwehr» will die Stadt reagieren - und hat 57000 Euro für erste Maßnahmen bereitgestellt. In den Sommerferien sollen die Arbeiten etwa an der Entlüftung stattfinden. Allerdings, so in der Sitzung Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer, sei auch die Schule in der Pflicht.

Sie müsse Sorge tragen, dass bei den derzeitigen Voraussetzungen niemand zu schaden komme. Sprich: Der Chemikalientransport müsse - da baulich derzeit nichts verändert werden könne - optimiert werden. Gefahrenstoffe sollen notfalls ausgemustert werden.

Eine Aussage, die in den Augen von Eltern, Lehrern und Schulleitung an Zynismus grenzt: Seit Jahren unternehme man alle Anstrengungen. «Und die Lehrpläne in Chemie können wir schon lange nicht mehr erfüllen», sagt Chemielehrer Lothar Wagner. Eltern und Lehrer fordern daher einen Anbau an den vor einigen Jahren errichteten Südflügel. Dort sind weite Teile der Chemieräume untergebracht - letztlich könne dort aus ihrer Sicht ein ganzer Chemietrakt entstehen.

Laut Birgitt Richter vom Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport soll die Raumsituation längerfristig auch überprüft werden (Bericht unter anderem zu den Sportanlagen folgt).

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