Prozess
Vermeintliche Vergewaltigung nach 17 Jahren noch einmal vor Landgericht Memmingen

Vor 18 Jahren wurde ein Oberallgäuer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung in drei Fällen verurteilt. 24 Jahre nach der vermeintlichen Tat, wurde der Prozess neu aufgerollt. Heute hat vor dem Landgericht Memmingen das Wiederaufnahmeverfahren begonnen.

Der heute 62 Jahre alte Oberallgäuer war 1996 vom Landgericht Kempten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung in drei Fällen verurteilt worden. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatte die damals 15-Jährige ihren Vater beschuldigt, sie dreimal auf üble Weise vergewaltigt zu haben. Jetzt hat die inzwischen 33-Jährige ihre Vorwürfe widerrufen.

Unter Tränen erklärte die 33-jährige Tochter heute ihren damaligen Vorwurf damit, dass ihre Mutter sie gegen den Vater aufgehetzt habe: "Mein Hass auf meinen Vater wurde immer größer. () Ich dachte, ich müsste mich an meinem blöden Vater rächen."

Laut damaliger Anklage soll der Vater das Mädchen von November 1989 bis Mai 1991 dreimal zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Das Mädchen war zur angenommenen Tatzeit neun und zehn Jahre alt. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe stets bestritten. Sollte sich nun ergeben, dass er zu Unrecht im Gefängnis saß, kann er mit einer Entschädigung rechnen. Die Tochter könnte wegen Verjährung ungestraft davonkommen.

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