Verkehrsdruck mit Nord-Spange lösen?

Marktoberdorf (rel). Was in der Vergangenheit immer wieder im Gespräch war und im Flächennutzungsplan auch festgehalten ist, gewinnt nun wegen der Proteste gegen die Verkehrsbelastung in Marktoberdorf-Nord an Dringlichkeit: eine Umfahrung dieses Stadtteils. Diese Spange könnte den Verkehr von der Gewerbestraße direkt zur Ennenhofener Straße führen. Die SPD-Fraktion beantragte in der Bauausschuss-Sitzung am Montagabend eine Grobplanung für eine solche Trasse. In diesem Zusammenhang wurden auch einige einschneidende Verkehrsänderungen für die Moosstraße beschlossen.

Seit langem schon klagen die Anwohner der Moosstraße über die starken Belastungen durch den Verkehr, speziell durch Lastwagen, die unter anderem Traktoren-Fendt und den Ruderatshofener Gewerbepark 'Am Fürgen' ansteuern. Der Verkehrsreferent des Stadtrates, Hans-Jörg Fichtel, erinnerte in der Bauausschuss-Sitzung am Montag daran, man habe große Hoffnungen in die Verlegung der Fendt-Werkseinfahrt in den Westen des Firmenareals gesetzt, doch seien deutliche Entlastungen ausgeblieben. Denn der aus Richtung Buchloe kommende Schwerverkehr nehme nach wie vor den Weg über Marktoberdorf-Nord zu den Firmen und nicht etwa über die B 12-Ausfahrt Geisenried. Fichtels Fazit: Man dürfe das schon in früheren Zeiten formulierte Ziel einer Umgehungsstraße für den Norden der Stadt nicht aus den Augen verlieren. Denn alles was man aktuell zur Entlastung der Moossträßler ändere, führe lediglich zu einer Verlagerung des Verkehrsstroms.

Für die Moosstraße schlug der Verkehrsreferent folgende Änderungen vor:

Links-Abbiegeverbot bei der Ausfahrt von der Moosstraße in die Kaufbeurener Straße.

Sperrung für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen.

Bessere Markierung des dortigen Tempolimits auf 30 km/h.

Der Ausschuss beschloss nicht nur einstimmig, diese Vorschläge umzusetzen, sondern beauftragte auch das Bauamt, eine Grobplanung für eine Verbindung Gewerbestraße - Ennenhofener Straße zu entwerfen und vor allem auch mit den betroffenen Grundstücksbesitzern über Grundverkäufe zu reden.

Problem: Grunderwerb

Eben das Problem des Grunderwerbs stellten Bürgermeister Werner Himmer und Stadtbaumeister Herbert Sauer heraus. 'Das wird sehr, sehr schwer', sprach Himmer den 'Fleckerlteppich von Grundstücken' an. Sauer sagte, 'technisch' sei die Umfahrung 'kein Problem'. Allerdings müsse man unter der Bahnlinie durch. Würde die Umfahrung gebaut, könnte man, so Sauer, viele Straßen in der Stadt für Lastwagen sperren.

Himmer und Sauer betonten mehrmals, die für die Moosstraße ins Auge gefassten Änderungen hätten lediglich eine Verlagerung des Verkehrs zur Folge. Jutta Jandl (SPD) sagte dazu, das zeige einmal mehr, wie wichtig ein Verkehrs-Gesamtkonzept für Marktoberdorf wäre. Mit den vom Verkehrsreferenten vorgeschlagenen Änderungen erklärte sie sich einverstanden, zumal laut Fichtel diese mit der Polizei besprochen seien. 'Wir müssen Alternativen finden', machte sich Waltraud Joa (SPD) für eine Umgehung stark. Denn wenn man Lkw aus der Moosstraße heraushalte, benutzten diese halt andere Straßen. Eine ähnliche Meinung vertrat Clara Knestel von den Grünen.

Markus Singer (CSU) sagte, die Moosstraße sei schon von ihrem Zustand her nicht für Schwerlaster geeignet. Deshalb sei ihm eine Tonnage-Beschränkung 'am sympathischsten'. Zu seiner Überlegung, zwischen Altdorf und Geisenried eine weitere B 12-Abfahrt zu bauen, meinte Stadtbaumeister Sauer, da habe eher eine Nordumfahrung Chancen auf Realisierung.

Nachdem Markus Zendath (Freie Wähler) dafür plädiert hatte, die kurzfristig möglichen Änderungen in der Moosstraße in die Tat umzusetzen und während einer Probephase Erfahrungen zu sammeln, gab der Ausschuss dafür Grünes Licht.

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