Steigbachbrücke
Verkehrsbeschränkung oder Zuschüsse?

Ob es für die neue Steigbachbrücke beim Monta-Werk so wie geplant Staatszuschüsse gibt, stellen die Regierung von Schwaben und das Staatliche Bauamt in Frage. Die von der Stadt beschlossene Beschränkung auf Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen widerspreche dem Charakter einer «verkehrswichtigen innerörtlichen Straße mit maßgebender Verbindungsfunktion», wie es im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz heißt: Für solche Straßen gibt es Geld. Für Anlieger- oder Erschließungsstraßen nicht.

Eine Zwickmühle: Laut Bauamt muss die Stadt entweder die Förderkriterien erfüllen. Das kann einen Verzicht auf Beschränkungen bedeuten - also auch eine höhere Verkehrsbelastung in der Südstadt. Damit wären alte Zusagen der Stadt an die Bürger dort in Frage gestellt. Im anderen Fall steht die Stadt womöglich bei der Finanzierung des 2,3-Millionen-Euro-Projekts fast alleine da. Gedacht ist bisher, wie berichtet, eine Kostenteilung: Rund 290000 Euro von der Firma Monta, je eine Viertelmillion von Bund und Bahn, den Rest von der Stadt, die auf ihren Anteil wiederum teilweise Fördergeld vom Freistaat bekäme. Der Stadt bliebe dann ein Anteil von weniger als eine Million Euro. Fielen die Zuschüsse weg, müsste die Stadt fast das Doppelte finanzieren.

Das brisante Thema hatte Bürgermeister Armin Schaupp in seiner «Bürgerinformation» am Dienstag als «Frage der verkehrsrechtlichen Regelung beim Neubau der Brücke über den Steigbach» kurz angerissen und auf «Forderungen der Zuschussgeber» verwiesen. Zunächst will der Rathauschef das Problem mit dem Stadtrat «in der Tiefe und gebotenen Qualität» hinter verschlossenen Türen beraten. Erst bei einem zweiten Termin am 24. Februar - da soll der Stadtrat eine Entscheidung treffen - sollen dann die Bürger zuhören dürfen.

Die Heimatzeitung hakte gestern nach, Schaupp nannte aber keine weiteren Details. Wie die Regierung von Schwaben bestätigt, ist die Sache «noch nicht abschließend bewertet». Nach einem Gespräch wolle die Stadt nun prüfen, wie weit sie die Förderkriterien erfüllen kann. Bei der ursprünglich stadtnäher geplanten Brücke zwischen Gottesackerstraße und Bachreute sahen die staatlichen Stellen kein Problem.

Diesen Plan verwarf die Stadt aber wegen der Hochwasserproblematik.

Der neue Plan einer Steigbachbrücke zwischen Friedhof und der westlichen Einfahrt zum Monta-Werk schlägt eigentlich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die marode Brücke zum Monta-Werk - sie gehört zur Hälfte der Stadt - müsste eh ersetzt werden. Als Ersatz für einen beim Bau der Stadtspange weggefallenen Bahnübergang müsste eine weitere neue Brücke über den Bach gebaut werden. Jetzt muss man statt zwei eigentlich nur eine Brücke bauen, Das schwer erreichbare Monta-Klebebandwerk hätte eine bessere, lastwagentaugliche Zufahrt über das Gewerbegebiet im Engelfeld - und die Bewohner von Mittag- und Stuibenstraße würden vom Werksverkehr entlastet.

Damit dann nicht im Gegenzug mehr (und schwerere) Fahrzeuge durch die Wohngebiete rumpeln, hatte die Stadt bereits 2009 eine Tonnage-Beschränkung auf Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen festgezurrt. Gegenüber der Bürgerinitiative Wohngebiet Südstadt steht die Stadt nämlich seit dem Bau der Stadtspange im Wort, keinen überörtlichen Verkehr durch dieses Wohngebiet zu leiten.

Laut Hanrieder sind die Vorstellungen der Stadt «alle nachvollziehbar und verständlich.» Aber das ändere nichts am Problem. Die neue Brücke sei alleine schon wegen ihrer Lage «so weit hinten» schwerer als förderwürdig einzustufen. Die Tonnage-Beschränkung, die einen wesentlichen Teil des Verkehrs ausschließt, komme nun noch hinzu.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ