Verkehr stößt sauer auf

Steinbach | af | In Steinbach erhebt sich Protest. Weithin und für alle Autofahrer sichtbar stehen in dem Dorf Transparente. Die Bewohner haben die Nase voll: Sie wollen endlich eine Umgehungsstraße. Dieses Bestreben ist alt. Bereits Anfang der 1990er Jahre gab es Gespräche mit der Gemeinde Stötten, dem Landratsamt und dem Straßenbauamt. Doch damals, so erinnert sich Karl Grießmann als Sprecher der Interessengemeinschaft, seien die Meinungen bei den Steinbachern über einen Trassenverlauf gespalten gewesen.

Auf neuem Belag können gerade Laster noch zügiger fahren

Seitdem sei nichts mehr passiert. Bis auf den Straßenausbau. Die Bundesstraße erhielt im Zuge des Kanalbaus einen neuen Belag und wurde an einigen Stellen verlegt. Nur: Dadurch könnten gerade Laster zügiger fahren, wissen Anwohner wie Thomas Fischer, Maik Fritsche oder Reinhold Steger. An Tagen mit viel Verkehr sei es schwer, aus der Haus- oder Hofeinfahrt in die B 16 einzubiegen. Und dass es außer Beinaheunfällen auch mit Kindern nichts Schlimmeres gegeben habe, sei reine Glückssache.

Problematischer sei auch die Situation am Ortseingang von Stötten her geworden. Zwar sollte eine Verkehrsinsel den Verkehr bremsen, aber Reiner Hehl hat andere Erfahrungen gesammelt: «Wenn es dunkel ist, fahren vor allem die Lastwagen geradeaus auf der anderen Seite vorbei.» Von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen. Die Steinbacher vermuten, dass sich die Lage weiter verschlimmern wird, wenn die A 7 zu Ende gebaut ist. Sie erwarten viele «Maut-Flüchtlinge».

Rückendeckung haben die Steinbacher vom Gemeinderat und von Bürgermeister Joachim Ernst. Mit den Grundeigentümern, die von einer möglichen Umgehung berührt sind, sei Einigkeit erzielt, sagt Ernst. «Gemeinde und Bürger haben alle Vorarbeiten erledigt», sagt er. Inzwischen habe auch die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer ihre Unterstützung zugesichert.

Drei «grobe Skizzen» hatte das Staatliche Bauamt Kempten als «Diskussionsgrundlage» ausgearbeitet, berichtete Thorsten König, Abteilungsleiter für das Ostallgäu. Das Problem sei, dass die Umgehungsstraße im Bundesverkehrswegeplan nicht im vordringlichen Bedarf erfasst ist. Das sei aber Voraussetzung, damit das Bauamt planen könne. Wenn jedoch wieder eine Aufforderung seitens des Bundes komme, Maßnahmen zu melden, «werden wir das mit eingeben». Das sei frühestens 2009 der Fall.

Wie Rieder im «weiteren Bedarf»

Das bedeute aber noch lange nicht, dass das Projekt auch hochgestuft wird. Die Kosten für solche Umgehungen bezifferte König auf 1 bis 1,5 Millionen Euro pro Kilometer. Die Steinbacher wäre zwischen zwei und drei Kilometer lang. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen lag bei der Zählung 2005 bei 7000 Fahrzeugen täglich. Wie Steinbach ist auch Rieder in Sachen Ortsumfahrung in der Kategorie «weiterer Bedarf» eingeordnet.

Schilder ein «Aufschrei der Verzweiflung»

Als «Verzweiflungsaufschrei» bezeichnete Rudolf Leinweber (FDP) in der jüngsten Kreisausschusssitzung die Schilder. Er bat darum, der Landkreis solle beim Straßenbauamt ebenfalls Druck machen.

Landrat Johann Fleschhut erklärte, dass die Situation in Steinbach und der Wunsch der Bürger immer wieder Thema von Gesprächen zwischen Landkreis und Bauamt seien.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen