Vergangenheit und Zukunft

Ostallgäu | sg | Erstmals hat der Landkreis Ostallgäu einen Denkmalpreis ausgeschrieben. Bei der feierlichen Verleihung am Dienstagabend in der Marktoberdorfer 'Filmburg' mit Vertretern von Politik und Heimatpflege überreichte Landrat Johann Fleschhut den 18 Preisträgern aus dem ganzen Ostallgäu die Urkunden. Vier von ihnen erhielten darüber hinaus Geldpreise. Ziel ist es, das private Engagement der Bürger bei der Instandsetzung und Renovierung historischer Bauten zu honorieren und einen Anreiz zur Denkmal- und Ortsbildpflege zu geben. Insgesamt waren 39 Vorschläge von Bürgern, Denkmalpflegern und Gemeinden eingereicht worden.

Identifikationspunkte in globalisierter Welt

Als Festredner hob der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, die Bedeutung von Denkmälern als wichtige Identifikationspunkte in einer globalisierten Welt hervor. Sie seien darüber hinaus Zeugen der schöpferischen Leistungen unserer Vorfahren. Sorge mache, dass viele Denkmäler jedes Jahr 'sterben' und damit Unersetzliches zerstört werde. Gleichzeitig flössen jedes Jahr in Bayern 500 Millionen Euro in deren Erhalt. Ohne Förderung privater Eigentümer - sie machen 65 Prozent der Denkmalsbesitzer aus - werde es auch weiterhin nicht gehen, appellierte er an die Politik.

Greipl sprach auch über die Art des Denkmalschutzes. Er sei keine Bevormundung, machte er deutlich. Er passiere auch nicht im Sinne von 'Disneyland' oder unter der Käseglocke. Er sei vielmehr Bestandteil auch von politischer Kultur. Dank sagte er denen, die sich dem Denkmalschutz öffnen. Zu ihnen gehören die Preisträger des ersten Ostallgäuer Denkmalpreises. Mit ihrem Beispiel, das sie gaben, seien sie die besten Vermittler, die Notwendigkeit von Denkmalschutz deutlich zu machen.

Mit dem Preis, so Landrat Johann Fleschhut in seiner Ansprache, sollen weniger bekannte Denkmäler im Ostallgäu herausgehoben werden, die neben den großen das Landschaftsbild prägen. Denkmalpflege sei auch Heimatpflege. Aus dem Engagement für die Vergangenheit werde hier auch Engagement für die Zukunft. Insgesamt sind 1500 Objekte im Ostallgäu in der Denkmalschutzliste aufgeführt.

Aus den 39 eingereichten Vorschlägen wählte die Jury mit Dr. Hildegard Sahler vom Landesamt für Denkmalpflege, Kreisbaumeister Anton Hohenadl und Kreisheimatpfleger Rudolf Zwick die Preisträger aus. Mit bis zu 1200 Euro wurden die ersten vier Preisträger auch finanziell gefördert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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