Fuchstal
Vergabe bereitet Bauchschmerzen

In der Regel bereitet es Gemeinderäten wenig Probleme, nach einer Ausschreibung eines öffentlichen Bauvorhabens den Zuschlag zu erteilen. Die Kriterien dafür sind in der «Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)» verbindlich geregelt. Anders gestaltete sich der Fall allerdings für die Fuchstaler Räte bei der Vergabe der Erschließung des neuen Baugebietes Wegäcker im Osten von Leeder. Ausgeschrieben waren der Bau der Straße, des Kanals sowie der Leitungen für Wasser und Fernwärme - mit einer Besonderheit: Nach Beschluss der Gemeinderäte vom Februar sollten hier sogenannte «Monoboxen», worin sämtliche Leitungen vereint sind, eines niederbayerischen Anbieters zur Verwendung kommen (wir berichteten).

Das billigste Angebot hatte mit 489600 Euro ein Unternehmen aus Mindelheim abgegeben, das dabei die originalen Monoboxen verwenden wollte. Nur um etwa 10000 Euro höher lag die Kalkulation eines Konkurrenten aus Kaufbeuren. Dieser hatte allerdings noch einen Sondervorschlag abgegeben. Er werde anstelle der Monoboxen selbst hergestellte Betonschächte einsetzen und könne damit etwa 15000 Euro an Kosten einsparen, hieß es darin. Mit der Folge, dass sein Angebot nun um 5000 Euro unter dem des Mitbewerbers lag.

Man habe die Angebote geprüft, erklärte Bertram Mooser vom beauftragten Ingenieurbüro. Das «wirtschaftlichste Angebot» sei das der Firma aus Kaufbeuren. Er befürchte auch nicht, dass man mit Regressansprüchen des Herstellers der Monoboxen zu rechnen habe. Es handele sich bei den Eigenbauten im Gegensatz zu den Monoboxen um normale Betonschächte, auf die es keinen Patentschutz geben könne.

Zudem habe die Gemeinde mit dem Hersteller noch keinen Vorvertrag abgeschlossen. Deshalb sei man sogar verpflichtet, dieses «wirtschaftlichste Angebot» zu akzeptieren, andernfalls riskiere man Schadensersatzforderungen.

Ums Geschäft gebracht

Als weniger schön empfanden es die Räte, dass man so den Hersteller der Monoboxen, der im Februar sein System auf der Sitzung eingehend erläutert hatte, um sein Geschäft bringe.

Bei einer Gegenstimme folgten die Räte der Empfehlung des Planers und vergaben den Auftrag an das Bauunternehmen aus Kaufbeuren.

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