Memmingen
Verbleibende Tage mit Leben füllen

Ines Mayer ist Krankenschwester auf der Palliativstation. Sie hat Nachtschicht. An diesem Abend sind rund 90 Gäste zu Besuch. Die Palliativstation am Memminger Klinikum wird feierlich eröffnet. Ines Mayer erzählt, dass sie hier sehr gerne arbeite. Sie versorgt nicht nur die kranken Menschen, sie hat auch die Zeit zuzuhören.

Seit einem halben Jahr wird auf der Palliativstation, die über sechs Betten verfügt, bereits gearbeitet. Ärztlicher Direktor und Chefarzt Albrecht Pfeiffer betont bei der Eröffnung, es gehe nicht darum, das Leben der unheilbar Kranken um jeden Preis zu verlängern, sondern ihre Lebensqualität an den verbleibenden Tagen zu erhalten oder zu verbessern. Das Team aus Ärzten, Krankenschwestern, Seelsorgern und Therapeuten versuche, die körperlichen Symptome, vor allem seien dies Atemnot und Schmerzen, zu lindern, aber auch dem Menschen mit seinen Ängsten zu begegnen. «Nach zwei bis drei Tagen sieht man bereits eine Entspannung auf dem Gesicht des Patienten.»

Hohe Spendensumme

Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger berichtet, dass die Investitionskosten für die Palliativstation bei 295000 Euro lägen. Er dankt den Memminger Serviceklubs sowie dem Verein der Freunde und Förderer des Memminger Klinikums, die gemeinsam 40000 Euro an Spenden aufgebracht hätten. Mithilfe dieser Spenden, betont auch Pflegedirektor Hans-Jürgen Stopora, sei es möglich gewesen, die Station nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön einzurichten. Die Station sei im zweiten Stock des Sozialpädiatrischen Zentrums «ideal untergebracht».

Stellvertretende Stationsleiterin Anne Zeller spricht für ihr Team: «Wir sind uns bewusst, unter welch günstigen Bedingungen wir Patienten versorgen dürfen.» Jeder Patient werde individuell begleitet.

Ministerialrätin Gabriele Hartl vom Bayerischen Gesundheitsministerium erklärt in ihrem Festvortrag, in der Palliativmedizin werde der Mensch ganzheitlich behandelt, er erhalte psychologischen und spirituellen Beistand und Hilfe bei sozialen Problemen. Im Gegensatz dazu sei aktive Sterbehilfe mit der Würde des Menschen nicht vereinbar. «Palliativstationen sind keine Sterbestationen», betont Hart. Der Patient solle stabilisiert und wieder entlassen werden.

Die evangelische Pfarrerin Dorothea Diegritz und der katholische Regionaldekan Martin Maurer spenden der Station den kirchlichen Segen. Und nachdem die Besucher die Räume besichtigt haben, kehrt für Krankenschwester Ines Mayer wieder der Arbeitsalltag ein. «Wenn ein Patient mich braucht, setze ich mich auf die Bettkante und nehme mir Zeit für ihn. Hier geht das, es ist sogar vorgesehen.» (aw)

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen