Memmingen
«Veränderungen gehören zum Leben»

Zahlreiche MZ-Leser haben nach einem Aufruf in unserer Zeitung ihre Meinung zu einem umstrittenen Bauprojekt in Memmingen abgegeben. Dabei befürwortet die Mehrheit (61 zu 39 Prozent) den Bau eines Stegs über die Kalchstraße. Wie berichtet, möchte Fritz Halder sein Hotel Weisses Ross mit einem Neubau auf der gegenüberliegenden Seite der Kalchstraße erweitern. Die beiden Häuser sollen über einen gläsernen Steg miteinander verbunden werden. Die Genehmigung der Baupläne durch den Stadtrat steht noch aus. Hier nun einige Stimmen von MZ-Lesern:

«Der Steg passt überhaupt nicht», schreibt etwa Renate Müller. Ihrer Meinung nach könnten die Hotelgäste die Kalchstraße problemlos überqueren, sie sei schließlich nicht fünfspurig. «Außerdem», fragt Müller, «wie stellt sich der Stadtrat dazu, wenn weitere Anwohner einen Verbindungssteg haben möchten?» Auch Karin Würtele, die in der Kalchstraße wohnt, steht dem Vorhaben ablehnend gegenüber - und zwar nicht nur wegen des Stegs: «Den direkt angrenzenden Nachbarn wird mit diesem überdimensionierten Bauvorhaben das Tageslicht genommen. Es ist deswegen unzumutbar.» Zudem sei der geplante Neubau samt Steg nicht altstadtverträglich.

«Vielleicht ein Anstoß»

Eine andere Sicht der Dinge hat Angelika Visioli aus Niederrieden: «Die Stadt und vor allem die Kritiker, die den Bau des Stegs verhindern wollen, sollten froh sein, dass ein Geschäftsmann in der Innenstadt investieren will. Und vielleicht ist der Bau ja ein Anstoß, damit wirklich etwas für die Sanierung der Altstadt getan wird.» Ins gleiche Horn stößt Peter Käßmeyer, Vorsitzender des Bunds der Selbstständigen in Schwaben: «Ein Familienunternehmen möchte Kapital in die Hand nehmen und eine unansehnliche Baulücke schließen. Anstatt dies zu unterstützen, wird mit städtebaulichen Aspekten argumentiert, die an den Haaren herbeigezogen sind. Es gibt Beispiele, auch in unserer Stadt, bei denen Alt und Neu eine hervorragende Symbiose eingehen.»

Auch Sigritt Jost fragt sich, «ob die seit Jahren dort bestehende, mit zerfetzten Plakaten überfüllte Bretterwand eher dem sehenswerten Ambiente der Kalchstraße entspricht? Ein schöner Glas-Steg hingegen stört doch keineswegs das Altstadtbild.» Zudem sollte man nach den Worten der Ottobeurerin bedenken, dass diese Hotelerweiterung neue Arbeitsplätze schafft.

Dagegen würde der Steg laut Bernhard Schöner aus Memmingen das Bild «einer der schönsten Straßen unserer Stadt» zerstören. Und zu den Bausünden der Vergangenheit in der Altstadt würde eine weitere hinzukommen.

In den Augen von Beate Tenschert «gehören Veränderungen nun mal zum Leben». Für sie wäre der geplante Steg zwar ein «Unterbruch, aber kein Stilbruch». Ähnlich sieht es Sonja Müller, die nach eigenen Worten täglich durch die Kalchstraße läuft. «Der Steg würde das Stadtbild etwas jugendlicher zeigen und die hässliche Baulücke endlich geschlossen werden», schreibt die Memmingerin.

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