Litera Vea
Vea Kaiser liest in Immenstadt aus ihrem Debütroman Blasmusik-Pop

Prominenten Besuch hatte das Literaturhaus Immenstadt. Vea Kaiser las aus ihrem Debütroman 'Blasmusik-Pop'. Ein etwas anderer Heimatroman, der sie über Nacht bekannt machte. Bis Immenstadt scheint sich der Wurf der 24-Jährigen allerdings noch nicht herumgesprochen zu haben. Sie las vor einem Insider-Publikum.

Die Geschichte beginnt in den 50ern mit einer parallelen Schwangerschaft eines jungen Paares. Während Elisabeth das erste Kind austrägt, gedeiht in Johannes Bauch ein Bandwurm.

Durch einen Unfall lädiert, nutzt der Schnitzer die Zeit, um sich in der verwahrlosten ehemaligen Mönchs-Bibliothek zum Wurmforscher schlauzulesen.

Erfährt, dass vor 150 Jahren so ein Darmbewohner ganz normal gewesen sei. Verfolgt fasziniert den Entwicklungsprozess der Trichinen, die zunächst ganz kleine, unscheinbare Tierchen bewohnen, die dann von größeren gefressen werden. Und erst ganz am Ende dieser Nahrungskette, beim Mensch, schlüpft der Wurm.

In St. Peter ist eine Geburt noch Frauensache. Johannes wartet 14 Stunden auf der Bank vor dem Haus. Als er dann seine Tochter zum ersten Mal erblickt, entdeckt er, dass sie die schwarzen Locken des Nachbarn hat, und seine Welt beginnt zu wanken. Schnitt. Sprung über eine Generation.

Mit seinem Enkel, dem 'kleinen Johannes', ist er ein Herz und eine Seele. Doch der fällt durch die Matura (Abitur). Nach einem Selbstmord-Versuch vom eineinhalb Meter hohen Balkon liegt der im Gemüsebeet und hat eine Vision von den neun Musen.

Dort lässt man ihn erst mal liegen und deckt ihn mit einer Plastikplane zu. Doch die Nordic Walkerinnen schöpfen Verdacht. Was hat die Ilse da Geheimes in ihrem Beet? Bestimmt ein exotisches Gemüse, mit dem sie den nächsten Kochwettbewerb gewinnen will

Ein Strom des Erzählens, der mitreißt. Als ihr kleiner Bruder nicht mehr zur Verfügung stehen wollte für ihre Erzählfluten, habe sie sich halt woanders entleeren müssen und sei zum Schreiben gekommen, erzählt Vea Kaiser. 4000 Seiten Entwurf hat sie auf 500 Seiten Roman eingedampft über ein Dorf und seine Sonderlinge.

Sie ist auf dem Land irgendwo hinter Wien aufgewachsen. Aber die Gemeinschaftsstrukturen seien wohl in den Dörfern verschiedener Länder ähnlich. Ihr Schauplatz, St. Peter am Anger, könne genauso in den Pyrenäen liegen. Im Oberallgäu etwa auch?

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