Kaufbeuren
Vater verliert die Nerven

Ein 52-jähriger Kaufbeurer hatte jahrelang mit seiner Ex-Frau um den Kontakt zu seinen Söhnen (11 und 13 Jahre) gekämpft. Als ihn die beiden dann in den Weihnachtsferien für mehrere Tage besuchen durften, waren offenbar beide Seiten mit der Situation überfordert.

Buben gelangweilt

Die Buben langweilten sich und gerieten aneinander. Der Vater wusste sich laut eigenen Angaben nicht mehr anders zu helfen, als seinen jüngeren Sohn gegen eine Wand zu drücken und dem Älteren einen Schlag gegen den Brustkorb zu versetzen. Die Kinder liefen weg und gingen zur Polizei. Ihr Vater erhielt wegen vorsätzlicher Körperverletzung einen Strafbefehl über 450 Euro, gegen den er jetzt vor dem Amtsgericht Einspruch erhob.

Dem Vorfall war seinerzeit eine angespannte Stimmung vorausgegangen. Die Kinder langweilten sich offenbar bei ihrem Vater und wollten nach dem zweiten Tag wieder nach Hause zu ihrer Mutter. Als der Angeklagte seine Ex-Frau anrief, lehnte diese laut seiner Schilderung ein vorzeitiges Ende des Besuchs kategorisch ab. Zahlreiche weitere telefonische Kontaktversuche - auch von Seiten der Kinder - seien erfolglos geblieben.

Am fraglichen Tag hätten sich seine Söhne «in den Haaren gehabt»

«Erzieherische Maßnahme»

Dabei wurde auch eine Bettdecke schwer in Mitleidenschaft gezogen: «Als ich reinkam, stand ich bis zu den Knöcheln in den Bettfedern,» so der Angeklagte. Sein Eingreifen sah er als «erzieherische Maßnahme», jedoch nicht als Körperverletzung.

Diese Ansicht teilten weder die Staatsanwältin noch die Richterin. Aufgrund der schwierigen Vorgeschichte waren aber beide zu einer Verfahrenseinstellung gegen 100 Euro Geldauflage bereit - «ein absolutes Sonderangebot», wie die Richterin betonte.

Der Verteidiger verwies darauf, dass seinem von Hartz IV lebenden Mandanten auch ein derart geringer Betrag «furchtbar weh tut.» Man einigte sich schließlich auf eine Ratenzahlung.

Das Verhältnis der beiden Buben zu ihrem Vater hat sich mittlerweile offenbar positiv entwickelt. Der Angeklagte schilderte häufige Besuche seiner Söhne. Vor Gericht hatten beide Kinder die Aussage verweigert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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