Memmingen
Urwald mitten in der Stadt

Seit über einer Stunde wartet Oma Elfriede Reicherseder hinter der rot-weißen Absperrung vor der Memminger Großzunft. Gespannt hält sie Ausschau nach ihrem Enkel Pascal. Der Viertklässler feiert heute mit rund 2000 weiteren Schülern das Memminger Kinderfest.

Kurz nach neun ist es dann soweit: Trommler, Fanfarenspieler und Fahnenschwinger eröffnen das Fest. «Es ist einfach schön hier», schwärmt Elfriede Reicherseder. Sie erinnert sich: «Vor über 70 Jahren hatten wir auch schon so schöne Kleider und Blumenkränze wie die Mädchen heute.» Während die 83-Jährige erzählt, erklingt das erste Lied: «Es tagt, der Sonne Morgenstrahl.» Musikschulleiter Otfried Richter wirbelt dirigierend über die Bühne. Die Schüler singen laut und fröhlich mit. Vor der Bühne machen sich derweil die Buben und Mädchen der Elsbethenschule für ihren Auftritt bereit. «Etwas aufgeregt bin ich schon», sagt die zehnjährige Angelina. Beim «Tanz der Elemente» stampfen und schleichen die Schüler in Feuer- und Wasserkostümen über das Podest. «Es war super», sind sich die Mädchen nach der Vorstellung einig.

Einige Minuten später ist die Theodor-Heuss-Schule dran: kleine Affen, Papageien und Leoparden entführen die Zuschauer in den afrikanischen Dschungel. Sie schlagen Räder, bauen Pyramiden und hüpfen im Kreis.

Auch die Schüler der Volksschule Amendingen sorgen für fröhliche Gesichter. Zum Partyhit «Das rote Pferd» wackeln und tanzen sie hin und her. Sie sind verkleidet als rote Pferde und Fliegen. Knapp 7000 Besucher klatschen, die Bühne bebt. Nach einer kurzen Pause stimmt Richter das Kinderfestlied «Rings im Kranze» an. «Das haben wir damals schon gesungen», freut sich Oma Elfriede Reicherseder.

Auf dem Balkon der Großzunft greift Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger anschließend zum Mikrofon: «Das Kinderfest ist ein Symbol des Zusammenseins, bei dem sich Alte und Junge sowie Menschen verschiedener Herkunft vereinigen.» Zum Abschluss der Feierstunde tritt die Edith-Stein-Schule mit dem Schneidertanz auf. Jetzt freuen sich alle auf den Umzug am Nachmittag.

Bei strahlendem Sonnenschein ziehen die Schulklassen in einer bunten Schlange durch die Innenstadt. Am Straßenrand stehen viele Zuschauer, darunter auch Elfriede Reicherseder. Ein Kostüm sei einfallsreicher als das andere, schwärmt sie. Die Elsbethenschule präsentiert beispielsweise Pizzabäcker, Nudeltöpfe und Eistüten. Zu einer Reise in tiefe Gewässer mit Seesternen, Regenbogenfischen und Tauchern entführt die Edith-Stein-Schule.

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