Kempten
Urbane Lebensgefühle

2Bilder

82 Annäherungen an das Thema «Stadt» sind im Kemptener Kunstkabinett versammelt. Rund die Hälfte davon wurde von Künstlern und Künstlerinnen (hauptsächlich aus Kempten und dem Allgäu) speziell zu diesem Thema angefertigt. Die Bandbreite reicht von klassischer Moderne bis zu Fotografien, pfiffigen Objekten, Keramik und sogar einem Video.

Einen Raum füllt die Gruppe «La Cerchia» (Der Kreis) aus der Partnerstadt Trient, die bereits zum zwölften Mal im Kunstkabinett zu Gast ist. Altmeisterliche Zeichnungen aus der Sammlung des Kunstkabinettes führen zurück ins 17. Jahrhundert. Die Stadt als wuchernder Moloch mit all ihren Schrecken kommt in dieser Ausstellung nur ganz am Rande vor. Es dominiert ein friedliches urbanes Lebensgefühl. Das südliche Städtchen auf einem Hügel, die malerisch kauernde Häuser-Herde, ist ein wiederkehrendes Motiv.

Die Stadt als Inspirationsquelle von Harmonie und Ästhetik - auch wenn das nur ein schmaler Ausschnitt der Wirklichkeit ist, er wird auf hohem Niveau variiert. Egal ob konkret oder abstrakt: In diesen «Stadtteilen» würde man gern leben. Bilder, die Erholung vom Alltag spenden. Einen guten Kontrast setzen drei Fotokünstler, hier wird mit Doppelbelichtung auch für Ansätze von Tempo und Stress gesorgt.

Nachdenklich-provokativ sind Otto Jägers verbranntes militärisches «Planquadrat» und Luzia Werners Objekte aus Geräte-Resten und kleinen Holzfigürchen.

14 Künstler aus Trient

Verschiedene kleinformatige, abwechslungsreiche Techniken präsentieren 14 Künstler aus Trient. Aus dem Rahmen fallen zwei radikal moderne Radierungen zweier Chilenen. Und Pierluigi Negriolli zeigt in «Metropolis» als Einziger die hässliche Seite der Moderne: einen an Kabel und Schläuche angeschlossenen Menschen im Würgegriff der Zivilisation.

Eine besondere Überraschung ist das Video, das Johanna Gundula Eder in Paris drehte: Mitten auf den Fußgänger-Weg stellte sie kleine Töpfchen mit Stiefmütterchen und filmte, wie die Passanten mit dieser «Provokation» umgehen beziehungsweise sie übergehen. Witzige zehn Minuten, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Öffnungszeiten der Ausstellung (bis 8. November): Donnerstag bis Samstag jeweils 16 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 16 Uhr.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen